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07.Etapp:
Freitag den 08.06.2006 ab Los Arcos.

Heute beginnt der Tag wie üblich, um 05.oo Uhr mit aufstehen. Dann den Rucksack packen.

Nur beim Waschen hat sich was verändert. Zuerst schaut mir aus dem Spiegel einer mit einem sehr breiten Scheitel entgegen. Am besten ist es wohl, ihn gar nicht zu beachten und einfach nicht hinsehen. Der Fön wird nicht mehr gebraucht, so lasse ich ihn einfach liegen. "Haarspray"! Wer braucht denn so etwas? Ich doch nicht! Bleibt also auch liegen. Zum Frühstück gegen 06.oo Uhr, treffe ich im Innenhof die Pilgergruppe, die schon im Aufbruch begriffen ist. Gegen 06.3o Uhr bin auch ich zum Abmarsch bereit.

Udo ist auch fertig und wir ziehen los. Heute habe ich Probleme mit den Füßen. Am rechten Bein habe ich vom Schaft der Schuhe eine böse Verletzung. Ich kann die Schuhe nicht mehr richtig zubinden, damit der Schuhschaft nicht am Bein reibt. Nach einer kurzen Zeit des Einlaufens geht es aber besser und die Schmerzen sind erträglich, verschwinden sogar ganz. Der nächste Ort ist "Sansol" und nach gut 1 1/2 Std. erreicht. Einen km weiter ist man in "Torres del Rio".

Es geht gut mit den Füßen. Nur wenn es abwärts geht, dann wird es
schlechter, dann rutscht der Fuß nach vorne in den
Schuh, das ist dann nicht so gut. Aber es ist zum aushalten. Beim ersten Aufstieg im Gelände ist Udo davon gezogen, er läuft die Berge wie eine Bergziege.

Es geht dann weiter über Feldwege und die N-111 nach "Viana." In "Viana" geht es weiter bergauf bis zum "Plaza del Coso". Hier befindet sich eine kleine Bar, die jedoch völlig überfüllt ist, mit Pilgern. Hier muss man viel Geduld haben, bis man dran ist. Nach dieser Pause geht es dann weiter nach "Logronno", bis da sind es noch 10 km. Die Sonne brennt unerbittlich auf uns hernieder.

Da hilft nur, jede Menge Wasser trinken. Aus "Viana" geht es über die Calle Navarro an der Ruine der Kirche San Pedro vorbei, bis zur
N-111 zurück. Die letzten 12 km gehen wir überwiegend über Feldwege, ohne Schatten und kaum Wind. Es liegt ein Gewitter in der Luft.

Den Markierungen des Jakobweges folgend, gelangt man zum Stausee "Embalse de las Canas" in einem Naturschutzgebiet. Unterweg begegne ich dem Pilger, der mit seinem Hund unterwegs ist. Der Hund findet jede Pfütze und jeden Bach, in den er sofort rein läuft, um sich Kühlung zu verschaffen. Heute ist es sehr heiß. Im Naturschutzgebiet gibt es ein ornithologisches Observatorium. Wir gehen um dieses Gebiet herum und erreichen wieder die N-111. Hier verlässt man die "Provinz Navarra". Dann erreicht man eine Tartanpiste, die bis in die Vororte von "Logronno" führt.

So langsam aber sicher machen meine Füße große Probleme. Es geht sehr steil abwärts nach "Logronno", hier bekommen meine Füße dann den Rest. Der Weg will einfach nicht enden. Ich treffe hier die Pilgergruppe wieder.

Sie sind gerade dabei ist, sich gegenseitig zu massieren. Dann erreiche ich den Fluss "Ebro", an dem ich entlang gehe bis ich über die Brücke "Puente de Piedra" gehen kann und in "Logronno" bin. Die erste Pilgerherberge ist leider besetzt. Ich muss noch ein Stück weitergehen, zur Hilfsalbergue "La Redonda", welche zur Kathedrale gehört. Udo steht schon vor der Tür und wartet. Auf wen wohl? Dann kommt seine Frage: " Hast Du meinen Kumpel gesehen?" Er hatte aber schon Plätze reserviert. Hier gibt es nur Liegematten auf dem Boden. Es gibt für die Frauen 1 Dusche, 1 WC und ein Wascbecken. Das Gleiche für die Männer.

So musste man sich anstellen zum duschen. Die Albergue wurde von einer Hospitalera geleitet. Als sie sah, dass ich Probleme mit den Füßen hatte, machte sie mir gleich ein Fußbad mit Salz und Essig fertig. Bei genauerer Untersuchung meiner Füße stellte ich fest, dass ich so nicht weiter gehen konnte.

Weil ich die Schuhe wegen der Verletzung am Bein nicht richtig schließen konnte, rutschten die Füße beim bergrunter gehen ganz nach vorne in den Schuh. Die Zehen quetschen dann übereinander und werden dadurch verletzt. Nach dem ich geduscht habe, gehe ich auf Badelatschen in die Stadt, in ein Sportgeschäft und besorge mir dort ein Paar "Trecking-Sandalen". Im Laden treffe ich die Japanerin wieder, die im Berg immer kreuz und quer läuft. Sie hat ebenfalls Probleme mit den Füßen und braucht offenes Schuhzeug. Zum anpassen der Schuhe leihe ich ihr meine Socken, da sie ihre vergessen hatte. Die Entscheidung die Schuhe zu wechseln war goldrichtig, sie sind für meine rampunierten Zehen eine Wohltat.

Um 19.oo Uhr musste ich wieder in der Albergue sein, denn unsere Hospitalera hatte für die Pilger eine Suppe gekocht. Udo kommt unverrichteter Dinge zurück. Nach dem Essen versucht er noch einmal Detlef zu finden. Ich habe mir in "Logronno", zur Belohnung für meine wunden Füße, ein dickes Eis gegönnt. Um 22.oo Uhr, wie üblich: "Ruhe im Schiff! Licht aus!" Unser Fenster lies sich nicht schließen und so war es die ganze Nacht taghell, denn auf der Straße wurde irgendetwas bis morgens um 05.oo Uhr gefeiert. Aber wer rechtschaffend müde ist, kann auch im Hellen schlafen. Udo hat seinen Kumpel nicht gefunden. Wo ist Detlef abgeblieben?