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13.Etappe

Donnerstag den 14.06.2007 ab Burgos.

Heute geht es nur nach Hospitalero Jacques Pfeife. Um 06.3o Uhr wecken, mit sakraler Musik und um 06.45 Uhr gemeinsames Frühstück.

Gegen 07.oo Uhr dann Abmarsch. Es regnet. Also aus dem Rucksack Regenkleidung auspacken. Alles, so gut es geht, wasserdicht verpacken. Dann Abmarsch. Der Jakobsweg führt uns nun quer durch die Stadt, an der Kathedrale und dem alten Pilger-Hospital vorbei, welches heute die juristische Fakultät beherbergt.

Dann geht man auf der Hauptstrasse zur Stadt hinaus, durch Parks und an einer schönen Albergue im Park vorbei. Weiter durch die Außenbezirke und am Bahnhof vorbei nach "Tardajos". Dabei passieren wir das Gefängnis von "Burgos", gehen unter einer Autobahnbrücke hindurch und überqueren dann den "Rio Arlanzon".

Danach gelangen wir auf einem guten Weg, neben der Straße nach "Tardajos". Hier befindet sich das einzige Lebensmittelgeschäft bis "Castrojeritz". Also genug Verpflegung einschlagen, denn "Castrojeritz" liegt auf der nächsten Tagesetappe, die ich morgen gehe.

So wie immer, muss auch dieWasserflasche voll sein. Man muss immer genug zu essen dabei haben, denn in den kleinen Dörfern gibt es nicht immer etwas zu kaufen. In den Herbergen gibt es meistens auch nichts. Nach dem man "Tardajos" verlassen hat, geht man nach ca. 1,5 km in den nächsten Ort "Rabe de las Calzadas" hinein. Bis hierher ging der Weg hinter "Burgos" zuerst etwas abwärts und dann auf ebenen Pfaden weiter, ohne sich groß zu verändern. Das wird sich hinter "Rabe de las Calzadas" ändern, denn hier geht zuerst langsam, dann aber wieder steiler aufwärts nach "Hornillos del Camino" hinein.

Hinter "Hornillos del Camino" geht es zuerst eben weiter, aber dann steigt der Weg wieder an. Bis "Hontanas" sind es noch über 10 km. Es regnet in Strömen, die Wege sind aufgeweicht und rutschig. Teilweise sind die Wege unpassierbar, so dass die Pilger über die Feldränderlaufen und das Getreide unter den Füßen das Ausrutschen verhindert.

Auf dem Weg nach "Hontanas" befindet sich mitten in den Getreidefeldern, an der Quelle von "San Bol", eine Herberge. Dort gibt es in der "kastilischen Hochebene" sonst nichts, als weit und breit nur Getreidefelder. Nur hier und da mal einen Steinhaufen. Nach ca. 5 km taucht dann endlich hinter einer Geländekante plötzlich "Hontanas" auf. Das Etappenziel liegt sichtbar vor mir. Die letzten 10 km dieser Etappe, die uns nun in die "Meseta" geführt hat, waren bedingt durch den Regen und dem kalten Wind sehr unangenehm. Wenn ich aber denke, wie es dort sein kann, wenn die Sonne mit bis zu 40° C und mehr herunterbrennt, dann möchte ich mich nicht beklagen.

Man befindet sich hier auf einer Hochebene, auf der es, wie gesagt, nur Getreidefelder gibt. Das Getreide wächst hier über die Hügel, und durch Absenkungen.

Es wird nur hier und da maldurch einen Steinhaufen unterbrochen. Auf diesen Steinhaufen blühen alle möglichen Blumen. Sie bilden damit schöne Farbtupfer, in der sonst langweiligen und öden Getreidelandschaft. Für uns Pilger ist diese Gegend so gefürchtet, weil dort kein Baum oder Strauch steht, der uns in sengender Sonne etwas Schatten spenden könnte. Da war, so glaube ich der Regen zwar nicht schön, aber wahrscheinlich immer noch besser, als die mögliche Hitze. Es geht auch hier steil den Berg hinunter in das Dorf "Hontanas" bis zu Albergue.

Viele Pilger sind schon angekommen und bevölkern die Bar ,in der sich auch die Albergue befindet.Man muss sich an der Theke anmelden.Der Boden der Bar sieht mittlerweile aus, wie ein Feldweg. Durchdenn Regen schleppen die Pilger, mit ihren Schuhen, den ganzen Dreck hinein. Christine sitzt auch schon erfrischt in der Bar und trinkt Kaffee. Ich bekomme mein Bett zugeteilt. Mit im Zimmer ist eine spanische Pilgergruppe, bestehend aus 5 Frauen und einem jungen Mann. Als ich mit meiner Gitarre auf dem Rücken den Raum betrete, werde ich mit lautem "Hallo", begrüßt und sollte gleich einen zum Besten geben.Aber alles war durchnässt, trotz guter Verpackung. So auch die Gitarre, die zuerst abgetrocknet werden mußte.

Sie ließen aber nicht locker und so spielte ich, und sang mit ihnen dazu. Doch dann musste ich zuerst meine Blessuren behandeln und bepflastern. Mein Oberschenkel war wieder in Ordnung, doch mein rechtes Knie nässte noch etwas, um den Asphalt abzustoßen, der sich dort beim Sturz hinein gerieben hatte. Ich habe aber kaum noch Schmerzen und fühle mich gut, trotz der Strapazen der 30 km Wanderung bei Wind und Wetter. Ich glaube, ich bin jetzt so richtig auf dem Camino angekommen und nur ein Unfall mit Beinbruch, oder eine schwere Krankheit können mich noch daran hindern, in "Santiago de Compostela" anzukommen. Nach dem geduscht, die Wäsche gewaschen ist und ich eine Std. geruht habe, fühle ich mich wieder topfit. Zuerst muss ich nachsehen, ob es hier ein Pilgermenue gibt.

Da Christine schon lange hier ist, klärte sie mich auf: " Ja um 19.3o Uhr gibt es Pilgermenue". Wir trinken einen Kaffee zusammen und dann sehe ich mir das Dorf an. Hier gibt es aber nicht viel zu sehen, da "Hontanas" nur ein kleines Dorf ist, in dem nicht viele Menschen leben. Die Albergue ist aber sehr schön und ganz neu renoviert. In der Bar kann man auch andere Speisen erhalten und die für Spanien typischen "Tapas". Zum Glück hat der Regen aufgehört und ich kann die Wäsche draußen zum trocknen aufhängen. Um 19.3o Uhr gibt es Abendessen, Tagebuch schreiben, zu Hause anrufen, dann ist auch der erste Tag in der Meseta zu Ende.