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14. Etappe:
Freitag den 15.06.2007 ab Hontanas.

Wie immer, so auch heute Morgen, gegen 05.oo Uhr aufstehen, waschen und all das Übliche.

Den Rucksack packen, dann Frühstück in der Bar. Ein Kaffee con Leche tut richtig gut. Das Wetter sieht durchwachsen aus.

Es ziehen Wolken durch, aber auch klare Stellen sind am Himmel. Heute steht wieder eine lange Etappe auf dem Plan. Ich stelle fest, dass ich zwar meine Füße weiter mit Pflaster und Salbe behandeln muss, aber weder die Füße noch die Beine machen Probleme. So dass ich mich richtig wohl fühle und das Laufen richtig Spaß macht. Christine ist nirgendwo zu sehen, scheint wohl schon weg zu sein. Ich verlasse "Hontanas" über die "Calle Major", die Hauptstr. Schon bald laufe ich am Ortsende, an Ruinen vorbei, über einem Feldweg, der mich nach ca. 6 km an der "Klosterruine San Anton" vorbei führt bzw. hindurch führt. Denn die Landstraße, auf der ich seit 1,8 km laufe führt genau durch den Torbogen der ehemaligen Nordhalle hindurch.

Nachdem man die Klosteranlage verlassen hat, sieht man schon "Castrojeriz". Direkt am Anfang rechts, steht die Stiftskirche "Santa Maria del Manzano". In "Castrojeriz" mache ich eine Pause und rufe wie jeden Morgen zu Hause an.

Ich habe einen Wanderführer "Outdoor - Der Weg ist das Ziel", den trage ich immer griffbereit bei mir. Helga hat zu Hause den Wanderführer "Jakobsweg - Ein praktischer Reiseführer für Pilger". In diesem sind die einzelnen Etappen sehr ausführlich beschrieben und es sind Wanderkarten für jede Etappe darin enthalten. Die gleichen Wanderkarten werden dazu auch lose mitgeliefert. Diese Karten habe ich ebenfalls dabei. So, wenn ich nun meine Frau anrufe, dann erklärt " Sie " mir, wo ich noch zugehen habe,was ich noch an Anstiege zu bewältigen habe und was es unterwegs alles zu sehen gibt.

So geschieht das jeden Morgen, wenn ich sie zwischen 9.oo und 10.oo Uhr anrufe. Auf diese Weise geht sie in Gedanken meinen Weg mit und weiß immer, wo gerade bin. In "Castrojeriz" muss ich die Essensvorräte auffüllen, dann geht es weiter.

Hinter dem Ort geht der Weg auf eine Piste, die sich langsam ansteigend auf den "Tafelberg" zu bewegt. Bis dann der Anstieg auf den Tafelberg beginnt und immer steiler wird. Oben angekommen sieht man nach 500 m flachem wandern den giftig steilen Abstieg nach "Itero del Castillo" hinunter.Es ist wieder richtig warm, aber wenn man Pause macht, muss man aufpassen, denn es weht ein unangenehmer und kühler Wind. Der Rücken ist immer verschwitzt und wenn man den Rucksack abnimmt, wird es gleich kühl im Rücken. Nach ca. 3 km erreicht man die Quelle "El Piojo", hier befindet sich ein schöner Rastplatz für Pilger.

Nicht weit hinter diesem Rastplatz kommt man an Ermita: de San Nikola vorbei , bevor man dann über die Brücke den "Rio Pisuerga" überquert um nach "Itero de la Vega" zu gelangen.

In der Kirche "San Nikola" befindet sich auch eine Herberge. In dieser wird nach alten Regeln, den Pilgern vor dem Abendessen ein Fuß gewaschen. Dies soll die Fürsorge gegenüber den Pilgern symbolisieren. In "Itero de la Vega" lege ich wieder eine längere Pause ein, denn ich habe bereits ca.22 km der Tagesetappe hinter mir, mit einem steilen Anstieg auf den Tafelberg. Bis "Boadilla del Camino" sind es von hier noch ca. 8,5 km. Nach der Pause geht es weiter, der Weg ist nicht mehr sehr anstrengend. Er steigt zwar stellenweise etwas an, aber ohne einen groß zu fordern. Das Gelände ist flach und besteht aus überwiegend Getreidefeldern.

 

In "Itero de la Vega" sahen die Häuser und Hütten sehr heruntergekommen aus. Hier bestehen die Häuser zum größten Teil aus Lehm und machen einen dementsprechenden Eindruck.

Das Wetter ist jetzt klar und die Sonne brennt wieder vom Himmel. Zwei Std. ziehen ins Land und dann bin ich am Etappenziel angekommen."Boadilla del Camino". Hier sieht auch alles sehr ärmlich aus. Die Häuser sind auch aus Lehm gebaut und machen teilweise einen sehr zerfallenen Eindruck. Die Kirche beherrscht den Mittelpunkt des Dorfes. Neben der Kirche steht noch ein "Pranger" aus dem Mittelalter, an den früher die entsprechenden Leute gebunden wurden. Auf der Kirche, wie auch in den anderen Orten, haben sich Störche festgesetzt. Leider ist auch diese Kirche, wie viele andere am Jakobsweg, verschlossen.

Direkt dem "Pranger" gegenüber ist die Albergue "En el Camino". Eine schöne Anlage mit großem Innenhof, in dem es auch einen Swimmingpool gibt. Ich sitze in der Anmeldung, da kommt mir Christine entgegen, sie ist schon eine geraume Weile hier, wie sie sagt.

Sie überlegt, ob sie nicht noch eine Station weiter geht. Das hat sie wahrscheinlich auch gemacht,denn ich habe sie danach nicht mehr wieder gesehen. Das Bettenhaus ist ein separater Bau und schön restauriert. Die Albergue wird bis zum Abend voll, und ich kenne nur die spanische Gruppe, die in Hontanas mit mir im Zimmer gelegen hat. Seit "Burgos", hat sich die Pilgerschar total verändert. Es sind alles neue Leute da. Entweder bin ich zu schnell, oder zu langsam, denn es haben doch bestimmt nicht von den 150 Pilgern, die mit mir über die "Pyrenäen" gegangen sind, alle aufgegeben. Das in "Burgos" viele eingestiegen sind, war sichtbar, denn ihnen fehlte noch die Sonnenbräune, die wir schon haben.

Nach der Anmeldung und der täglichen Rituale, wie duschen ect. habe ich mir das Dorf angesehen. Es gibt hier Häuser, da glaubt man nicht, dass da jemand drin wohnt. Es ist aber so.
In der Albergue gibt es Pilgermenue um 19.oo Uhr.

Auch hier sehe ich kein bekanntes Gesicht. Nach dem Essen alles vorbereiten für den nächsten Tag, Tagebuch schreiben, zu Hause anrufen und dann in die Falle.