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16. Etappe

Sonntag den 17.06.2007 ab Carion de los Condes.

05.oo Uhr wieder Zeit zum Aufstehen. Der neue Tag beginnt. Nach dem ich gefrühstückt habe, beginnt gegen 06.oo Uhr der Marsch nach "Ledigos".

Das Wetter sieht aber nicht gut aus, ich sollte sich auf Regen einstellen. Da ich seit "Hontanas" eine seltsame Allergie an den Beinen habe, habe ich meine Hosenbeine verlängert.

Außerdem ist es morgens zu kalt, um mit der kurzen Hose zu laufen. Der Wind ist sehr kühl. So habe ich zur Vorsicht die Strickjacke und das Regencape angezogen, was sich kurz nach dem Abmarsch als richtig erweist. Der Weg führt mich durch die Stadt, an der "Santiago Kirche" vorbei und über den "Rio Carrion" am Kloster "San Zoilo" entlang zur Stadt hinaus. Dann kommt man zur letzten Trinkwasser-Füllstelle für die nächsten 16 km. Hier unbedingt die Wasserflasche auffüllen, besonders dann, wenn die Sonne scheint.

 

Aber es regnet mittlerweile in Strömen und der Boden ist aufgeweichtund tief. Bis zum nächsten Dorf sind es noch 17 km.

Da alles nass ist, gibt es keine Möglichkeit, den Rucksack abzusetzen und eine Rast einzulegen. Nach ca. 1 Std. hört es dann auf zu regnen. Jetzt ist die Strickjacke zu warm. Ich kann sie aber nicht ausziehen, da ich den Rucksack nicht absetzen kann. Der Boden ist schwer zu gehen, man sinkt immer 1 bis 2 cm ein. Nach einer weiteren Stunde dann eine Möglichkeit den Rucksack auf einem Stein abzustellen. Die Strickjacke ausziehen, sie ist schon richtig nass vom Schweiß im Rücken. Dann geht es weiter immer gerade aus. Zwischendurch regnet es immer wieder mal. Danach 17 km keine Möglichkeit um eine Rast einzulegen, alles ist nass. Man kann sich nirgendwo hinsetzen um die Beine zu entlasten, die schon seit einiger Zeit schmerzen.

Die Gegend ist es nicht wert, einen Blick darauf zu werfen. Eintönig und langweilig und dann dieses Wetter. Dann endlich, gegen 11.oo Uhr taucht am Horizont der Kirchturm der Friedhofskapelle, von "Calzadilla de la Cueza" auf. In der Bar am Ortsende wird eine längere Pause eingelegt.

Die Kneipe ist schon voller Pilger, die etwas Schutz suchen vor dem Regen. In dem Moment, in dem ich wieder aufbrechen will, beginnt es erneut zu regnen. Also, die Pause um mehrere Kaffee con Leche verlängern, bis der Regen nachlässt. Nach einer 3/4 Std. hat der Regen soweit nach gelassen, dass ich meinen Weg weiter fortsetzen kann. Jetzt geht es parallel an der N-120, auf einer Piste 5 1/2 km weiter bis "Ledigos". Die Albergue ist mit der Bar gekoppelt.Man muss sich in der Bar melden, wird dann zur Anmeldung über den Hof zur Albergue gebracht, wo die Anmeldung erfolgt und der Stempel ins "Credencial" gedrückt wird.Es ist eine schöne Anlage mit einem großen Innenhof. Auch die Sanitäranlage ist gut.

Ich bekomme mein Bett in einem großen Schlafraum mit 20 Betten. Es werden noch zwei weitere Betten belegt, das ist dann alles. Die Albergue hat aber auch ein paar Doppelzimmer, wovon eines belegt ist, mit einem französischen Ehepaar. In der Bar gibt es am Abend Pilgermenue. Damit ist dann auch für das leibliche Wohl gesorgt. Nach dem ich meine Arbeiten erledigt habe, schaue ich mir das Dorf an.

Was hier zusehen ist, das ist dass es wieder viele Häuser gibt die aus Lehm gebaut sind. Dazu muß man aber sagen, dass es sauber ist und auch unsere Albergue von außen nicht verrät, wie schön es innen ist. Die Kirche ist natürlich wieder verschlossen, so dass man sie nicht besichtigen kann. Sonst gibt es hier nichts, was man berichten könnte. Nach dem Abendessen, spiele ich etwas auf meiner Gitarre, schreibe mein Tagebuch und rufe zu Hause an. Um 21.oo Uhr liegen wir flach. Heute war es ein schlechter Tag, wir bekamen nichts geschenkt. Nur Regen und dieser dauernde kalte Wind. Nur zumAbend gab es etwas Sonne dazu lange Wege ohne Pause. Auch dieser Tag geht einmal zu Ende!