.

Sidebar


Startseite

18. Etappe:

Dienstag den 19.06.2007 ab Bercianos del Real Camino.

Hallo, was ist das? Schon 06.oo Uhr, ich habe verschlafen!

Jetzt aber schnell, aufstehen, waschen, packen und dann Frühstück. Um 06.45 Abmarsch. Gestern war ein super Tag, da lief es von alleine. Heute dagegen, tue ich mich schwer. Dazu ist es bewölkt, windig und sehr kalt.

Da ich immer noch diese Allergie an den Beinen habe, habe ich zum Glück die Hosenbeine verlängert. Bedingt durch den Wind, ändert sich das Wetter dauernd. Mal Wolken, dann weiß-blauer Himmel und danach wieder Wolken. Dazu der eisige Wind. Er fegt über die "Meseta". Es will einfach nicht so richtig laufen. Gegen 10.3o Uhr sehe ich, dass in der Ferne schon Regen herunter kommt. Auch hier kann es jeden Moment anfangen zu regnen. Eine längere Rast kann ich nicht machen, da der Rücken nass ist, vom Schweiß. Der kalte Wind macht es mir unmöglich, den Rucksack abzusetzen, denn dann riskiere ich eine Erkältung.

So ziehe ich etwas übel gelaunt weiter, in der Hoffnung, dass es trocken bleibt. Nach 8 Km erreiche ich das einzige Dorf auf der heutigen Etappe, "El Burgo Ranero". Der Neuseeländer läuft gerade vor mir, er sieht auch nicht gerade glücklich aus.

Wir haben uns heute schon mehrmals, auf dem Weg, gegenseitig überholt. In "El Burgo Ranero", an der Kirche, steht eine Bank. Er steuert direkt darauf zu. Offenbar hat er Fußprobleme, denn er zieht sofort die Schuhe aus. Ich gebe ihm etwas von meinem Blasenpflaster ab und ziehe weiter. Noch 13 Km liegen heute vor mir. Doch schon nach ca. 2 Km beginnt es zu regnen. Der Tag ist sowieso nicht besonders, dann macht der Regen den Kohl auch nicht fett.

Also weiter, unterstellen kann man sich sowieso nirgendwo, überall nur Felder sonst Nichts. Es hört aber bald wieder auf zu regnen. Dann plötzlich, hinter der nächsten Kurve, tauchen die ersten Häuser von "Religos" auf. Mittlerweile laufe ich mit einem jungen Mädchen zusammen, welches ich in "Bercianos del Real Camino" kennen gelernt habe, auf "Religos" zu. Sie will noch eine Station weiter gehen. Der Neuseeländer ist nun auch kurz hinter uns und auch er geht weiter.

Mir ist das aber zu unsicher. Dunkle Wolken ziehen auf und es kann jeden Moment wieder anfangen, zu regnen. Darum kehre ich in "Religos" in die Albergue "C / Escuela" ein. Getrieben vom eisigen, kalten Wind und Regen,bin ich zu früh hier und muss vor der Albergue eine 1/2 Std. warten. Die dunklen Wolken ziehen schon sehr bedrohlich über "Religos" dahin. Der Hospitalero kommt genau um 12.oo Uhr und öffnet sein Haus.

Ich bin alleine. Alle Anderen sind weiter gezogen, nach "Mansilla de las Mulas". Endlich, um 12.3o Uhr habe ich mein Bett und dann gießt es in Strömen. Es muss draußen fürchterlich gewesen sein, wie mir am anderen Tag von denen berichtet wird, die weiter gegangen sind. Glück gehabt! Nach dem ich alles erledigt habe, füllt sich schlagartig die ganze Albergue.

Überall stehen jetzt Wäscheständer, mit den Utensilien der Pilger, zum trocknen, welche jetzt alle durchnässt ankommen. Nach dem ich ca. 2 Std. gepennt habe, geht es mir wieder richtig gut. Der Regen hat aufgehört und die Sonne scheint. Dann kann ich mir "Religos" ansehen. Auch dieses Dorf sieht genauso ärmlich aus, wie die anderen vorher ,in der "Meseta". Natürlich wieder überwiegend aus Lehmhütten bestehend.

Kein Laden im Dorf, aber eine Bar ist vorhanden. Zum Glück kommt ein fahrender Lebensmittel-Händler ins Dorf, so dass ich mich mit Verpflegung eindecken kann. Am Ortseingang fiel mir schon auf, dass hier unter der Erde, in tiefen Höhlen, irgendetwas abgeht.Was, dass wusste ich nicht und so habe ich mich durchgefragt.

Es sind Weinkeller, die tief in die Erde gebaut wurden. Es sieht aber auch so aus, als ob dort im Inneren Menschen leben. Denn teilweise waren Fernsehantennen oben auf montiert und es kamen überall Ofenrohre oben heraus. Auch hier kann man die Kirche nicht besichtigen, da sie verschlossen ist. Das war heute nicht viel. Nur 21,5 Km, überwiegend an Feldern vorbei und ohne Abwechslung. Zum Abschluß bin ich in einem Dorf gelandet, was man wieder vergessen kann.

Na ja, das ist auch der Camino. Das schlechte Wetter hat wohl Allen zu schaffen gemacht, denn um 21.oo Uhr liegen alle flach. Nach dem ich meinen Tagesbericht in mein Tagebuch geschrieben habe, Helga zu Hause angerufen und berichtet habe, ich den Rucksack für Morgen, soweit wie möglich, schon vorgepackt habe, ist mein Tag jetzt auch beendet. Wie schon erwähnt, war dieser Tag nicht so besonders angenehm.