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21. Etappe:
Freitag den 22.06.2007 ab Villadangos del Paramo.

 

Heute bin ich mal wieder sehr spät dran.

Zur Vorsicht habe ich die langen Beine an die Hose gemacht. Es ist morgens schon empfindlich kühl. Noch ist aber das Wetter gut, wenn nur nicht dieser kalte Wind wäre.Am Besten zieht man sich morgens warm an, mit Strick- und Windjacke. So kann man dann aber, in den kühlen Morgenstunden gut wandern und kommt schnell vom Fleck.

Ich gehe jetzt ca. 5 Km, meistens an der N-120 entlang und bin nach noch nicht einmal einer Std. schon in „San Martin del Camino“. So langsam wird es auch etwas wärmer, so dass ich eine Jacke ausziehen kann. Rechts hängen dicke Wolken, vor mir liegen die Berge in der Sonne und links von mir ist der Himmel Azurblau. Ein seltsames Schauspiel. Der Wind treibt die Wolken in meine Richtung.

Der Weg führt mich weiter an der N-120 entlang, bis nach ca. 6 Km „Hospital de Orbigo“ erreicht ist. Hier geht eine sehr schöne, lange Brücke über den „Rio Orbigo“. Dort treffe ich auch das Ehepaar aus München wieder, die auf ihren Fahrrädern den Camino bezwingen wollen.

Wir unterhalten uns noch etwas und ich fotografiere sie und sie mich, an einer monumentalen Brücke aus dem Mittelalter. Dann fahren sie weiter und ich überquere diese Brücke, über den „Rio Orbigo“. Dann gehe ich in den Ort „Hospital de Orbigo“ hinein. Gleich in der ersten Straße links, ist schon eine Bar geöffnet, in der ich nun meine Frühstückspause mache. Ich habe ja auch bereits ca. 12 Km meiner Tagesetappe hinter mir. Außerdem möchte ich die Stimme meiner Frau hören und erfahren wie es ihr geht.

Nach dem ich meinen „Kaffee con Leche“ getrunken habe, geht es weiter. Zuerst durch den Ort, der sehr schön und gepflegt ist. Hier könnte man Urlaub machen, so schön ist der Ort mit dem „Rio Orbigo“ in dem man schwimmen kann.

Nach dem ich gut 1,5 Km durch den Ort gewandert bin, komme ich ans Ortsende und muss mich wieder entscheiden, welchen Weg ich weiter gehen will. Das Dumme dabei ist, mein „Besserwisser“ hat mich wieder Mal eingeholt, während ich die Pause gemacht habe. Zum Glück ist aber noch ein dritter Pilger dabei. Mein „Besserwisser“ entscheidet sich für den direkten Weg über „Villares de Orbigo“.

Dieser Weg ist zwar 1,2 km länger, soll aber schöner sein, als der Weg den ich wähle. Nun habe ich meine Ruhe und marschiere weiter. Nach kurzer Zeit erreiche ich wieder die N-120 und gehe einmal links und dann wieder rechts an dieser Straße und den alten Pilgerwegen entlang.

Am Wegesrand sehe ich Einschnitte im Berg, in denen jede Menge Löcher sind, in welchen Vögel nisten. Ich steige immer höher hinauf, bis ich am Gipfel des „Monte de la Colomba“ angelangt bin. Nun führt mich der Jakobsweg von der N-120 weg, zum Wegekreuz „Crucero de San Torbio“. Hier ist ein schöner Rastplatz für die Pilger eingerichtet worden, von dem man das Etappenziel „Astorga“ schon in der Ferne, im Tal sieht. Die Sonne hat mittlerweile den Höchststand erreicht und brennt unerbittlich auf mich hernieder.

Da nun Gewitterwolken aufziehen, ist die Luft flirrend heiß. Ich mache zuerst einmal eine Pause, auf den Stufen eines Pilgerkreuzes. Der anschließende Abstieg nach „San Justo de la Vega“, einem Vorort von „Astorga“,

ist sehr steil. Der Alternativweg von „Hospital de Orbigo“, ist mittlerweile wieder mit dem Weg, den ich gegangen bin zusammen geführt und wer taucht auf? Ja, mein Besserwisser! Und schon geht es wieder los. Ich werde belehrt, dass ich den falschen Weg genommen habe. Obwohl er ja meinen Weg gar nicht kennt. Zum Glück taucht dann die spanische Fraktion auf. Natürlich wieder mit viel „Tamtam und Ole“. Da ich zeitiger da war als mein Besserwisser, war ich schon soweit erholt, so dass ich schon weitergehen konnte, was ich dann auch mit meinen spanischen Freunden machte.

 Dieser Weg war sehr schön angelegt, mit Ruhebänken aus Stein und mit dem ortsüblichen Bodenbelag aus Stein versehen, aber verdammt steil. Es ist noch ein weiter Weg bis „Astorge“. Man sieht die Stadt zwar vor sich, muss aber noch weit durch die Vororte laufen, ehe man an der Kathedrale ist.

Wenn man dann „San Justo de la Vega“ hinter sich gelassen hat, geht man nach ca. 500 m neben der Landstraße über eine Fußgängerbrücke über den „Rio Tuerto“. Auf diesem Pilgerweg geht es weiter nach „Astorga“. Man überquert dabei mehrmals die Landstraße und die Eisenbahnschienen, geht dann um einen Kreisverkehr herum, bis das die erste Straße von „Astorga“ erreicht ist.

In der Stadt geht es wieder direkt steil hoch. Man kommt an der ersten Albergue vorbei, die aber zur Zeit renoviert wurde. Ich gehe weiter in die Stadt und treffe dort den Engländer, der sich auf der ersten Etappe das Bein verletzt hatte. Er weist mir den Weg zur neuen Hotel-Herberge, in der Nähe der Kathedrale. Ich gehe am Rathaus vorbei und komme dann zur Kathedrale. Hier muss ich links und dann noch mal links und erreiche dann die Albergue: „San Javier“. Hier bekomme ich mein Bett. Es ist wieder ein altes Gebäude, mit einem großen Innenhof. Vollkommen restauriert und sehr schön angelegt.

Da ich nun so langsam dem Ende meiner Pilgerreise näher komme, möchte ich dort schon mal damit beginnen, meine Klamotten zu waschen, weil hier sogar eine Waschmaschine zur Verfügung steht. In dieser Albergue kann ich also jetzt damit beginnen. So habe ich heute ganz große Wäsche. Wenn das Wetter hält, wird vielleicht auch noch alles trocken.

Nach dem ich meine üblichen Arbeiten verrichtet habe, gehe ich in die Stadt. Die eiserne Ration muss mal wieder aufgefüllt werden und ich genehmige mir wieder einmal ein schönes dickes Eis. Ich war der Meinung, das habe ich mir verdient. Kurz vor 22.oo Uhr kann ich meine Wäsche von der Leine nehmen, die jetzt trocken ist.

Dann ist es Zeit zu Bett zu gehen. Es war heute eine schwere und lange Etappe, aber da das Wetter gehalten hat und auch sonst nichts Schlimmes passiert ist, war es auch eine schöne Etappe. 22.oo Uhr das Licht geht aus. Ruhe im Schiff!