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26.Etappe:
Mitwoch den 27.06.2007 Ab O-Cebreiro

Heute Morgen bin ich spät dran, erst gegen 06.oo Uhr stehe ich auf.

Als ich zum Wasch-Container gehe, bietet sich mir ein grandioses Naturschauspiel. Die Dämmerung zaubert einen roten wolkenfreien Himmel über die Berge.

Die Sonne wird in den nächsten 15 Minuten aufgehen. Das Tal, in das ich heute hinunter gehe, liegt noch im Nebel. Ich stehe hier über den Wolken und nur die Restgipfel der Berge sind zu sehen und ragen aus den Wolken heraus. Ein toller Ausblick. Nach dem Waschen geht es gleich ohne Frühstück auf dem Camino weiter. Noch einen letzten Blick auf dieses schöne Dorf „O Cebreiro“, dann geht der Weg hinter der Albergue ansteigend, auf einen Waldweg. Nach kurzer Wegstrecke ist die Höhe erreicht und es geht auf diesem schönen Waldweg abwärts nach „Linares“ herunter. Hier stoße ich dann auf die Landstraße LU-63.Hinter „Linares“ geht der Camino rechts an der Landstraße auf einem steilen Pfad auf die „Passhöhe von San Roque auf 1.270 m“ hinauf.

Hier sehe ich dann, im Nebel das Pilgerdenkmal. Der Jakobsweg führt dann rechts, auf einem Wanderweg an der Landstraße entlang, zum Bergdorf „Hospital da Condesa“. Ich gehe durch das Dorf und erreiche dann hinter dem Dorf wieder die Landstraße.

Ich folge der Landstraße. Nach 1 Km gehe ich rechts auf einer kleineren Straße weiter und dann links auf einen Feldweg. Nach einem weiteren Kilometer erreiche ich das Dorf „Padornelo“ und durchquere es auf nur 100 m und gehe dann hinter dem Dorf links wieder auf einen Feldweg, der dann sehr steil ansteigt und immer unwegsamer wird. Nach ca. 300 m habe ich dann den höchsten Pass in Galicien, den „Monte Alto do Poio“, auf 1.337 m Höhe erreicht. Direkt amEnde des Anstieges der in die LU-634 mündet, ist eine Bar, dort schleppt man sich mit letzter Kraft hin, wenn man diesen steilen Anstieg bewältigt hat.

Und kucke da, wer kommt da die Landstraße rauf gewandert? Die kleine Französin, die in der brasilianischen Albergue eingekehrt war. Sie hat hier den leichteren Weg genommen.Sie grinst und geht mit einem fröhlichen „Hola“ weiter. „Jose“, den ich in „O Cebreiro“ zum erstenmal gesehen habe, sitzt auch abgekämpft hier oben.

Er versteht mich nicht und ich ihn nicht, macht nichts! Wir verstehen uns trotzdem prächtig und werden uns auf dem weiteren Weg, in den Albergues zusammensetzen und uns „nicht“ - richtig unterhalten. Es ist erst 09.o Uhr, noch zu früh, um eine längere Pause zu machen. Ich versuche zu Hause anzurufen, kein Netz! „Jose“ ist schon wieder weiter gezogen.Ich mache mich auch wieder auf den Weg. Das nächste Dorf, das ich erreiche, ist „Fonfria“. Hier in den Bergen riecht man schon aus einiger Entfernung die Dörfer. Der Kuhmist liegt überall herum und erzeugt seinen lieblichen Duft.

Der nächste Ort, der gleiche Duft, ist „Viduedo“.Es gibt hier zwar eine Bar und es stehen auch Tische und Stühle vor der Bar, auf der Straße. Aber der Duft! So ziehe ich weiter, ohne Frühstück.

Erneut versuche ich, zu Hause an zurufen. Kein Empfang! Ich bewege mich nun immer weiter abwärts, in unmittelbarer Nähe der Landstraße, auf Feldwegen. Diese werden auch von den Rindern benutzt und so ist man gut beraten, immer den Boden vor sich, im Auge zu behalten. So erreiche ich dann „Filloval“. Hier das Gleiche, wie im Ort zuvor, also weiterziehen. Ich gehe ununterbrochen und ohne Pause,seit dem Pilgerdenkmal im Nebel. Doch in diesem Nebel sind die Temperaturen nicht besonders hoch. Hinter „Filloval“, eine kleine Abwechslung, der Jakobsweg geht nun auf der anderen Straßenseite weiter. Dann überquere ich die Landstraße und wandere auf Feldwegen nach„As Passantes“ und erreiche dann 1 ½ Km weiter, das Dorf „Ramil“.

Auch hier der gleiche Duft, nur etwas würziger und ich hatte immer noch kein Frühstück. Hinter „Ramil“ geht es steil bergab und dann sehe ich links, hinter einer Wiese die Albergue der Gemeinde „Triacastela“. Das Ziel ist für heute erreicht.

Die Albergue aber noch geschlossen. Es ist 12.45 Uhr. Da die letzten 12 Km nur bergab gingen und die Etappe mit 21,5 Km sehr kurz war, bin ich zu früh hier. Auf der Wiese vor der Albergue sammeln sich langsam die Pilger an und legen sich in die Sonne,die sich mittlerweile auch eingefunden hat. „Jose“ war schon vor mir hier und hat schon erkundet, wo es abends Pilgermenue gibt. Um 13.oo Uhr kommt der Hospitalero und um 13.15 Uhr habe ich mein Bett. Komisch, es scheinen nur noch Franzosen auf dem Camino zu sein.Zwei Brüder, auch französischer Herkunft, die mir schon des Öfteren aufgefallen sind, laufen auch hier ein.

Auch mit ihnen geht die Verständigung, mit Händen und Füßen gut. Dann liegen auf der Wiese einige Fahrradpilger. Sie bekommen kein Bett, da die Betten von den Fußpilgern bereits alle belegt sind.

Zum Glück haben sie Zelte dabei, die dann aufgebaut werden. Hier findet dann abends nach dem Pilgermenue wieder ein kleines Konzert statt, zu dem alle etwas beitragen. Hier klappt auch mein Handy wieder, der Empfang ist wieder da. 22.oo Uhr, das Licht geht aus.