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28.Etappe:
Donnerstag den 29.06.2007 Ab Barbadelo

 

Heute war ich schon um 05.45 Uhr unterwegs.

Es war noch dunkel und ich musste auf die gelben Richtungs-Pfeile achten, um nicht in die Irre zu laufen. Der Camino geht direkt von der Albergue in einen Waldweg. Das Wetter ist zwar gut, aber kalt. Man kann die lange Hose und die warme Jacke vertragen.

Dieser hundsverdammte kalte Wind, der ständig weht. Zunächst steigt der Weg an und nach kurzer Zeit durchquere ich das Dorf „Rentze“. Unweit von dort erreiche ich das Dorf „Mercado“ . Nun ist es „nur noch 100 Km“ bis „Santiago de Compostela“. Nach ca. 5 Km habe ich das Dorf „Peruscallo“ erreicht. Die Sonne schiebt sich langsam hoch und zaubert ein schönes Morgenrot an den Himmel. Hier reit sich nun Dorf an Dorf und man muss gut aufpassen, dass man nicht in einen falschen Weg reinläuft. Denn die Dörfer sind durch viele schmale Wege miteinander verbunden. Der Weg ist steinig und ausgetreten, denn schon die alten Römer sind darüber gelaufen.

Als nächstes erreiche ich „Lavandeira“. Dann, nach ca. 1 ½ Km, bin ich schon in „Brea“. Nun gehe ich auf einer Asphaltstraße nach Morgade“ hinein. Nach dem ich hinter dem Dorf bin, geht es über eine gefährliche, halsbrecherische Geröllpiste,eine so genannte „Corredoira“, bestehend aus Steinen und Felsen über die bestimmt auch schon die Römer gestolpert sind.

Danach noch ein kurzes Stück Feldweg und ich bin in „Ferreiros“, welches ich rechts hoch umgehe. Nun wandere ich durch „Pena“, „Rozas“, „Moimentos“, „Loio“, „Parrocha“ und „Villacha“ bis zu einer Brücke, die ich überqueren muss. Hier wurde der „Rio Mino“ gestaut. Wenn man zu der Brücke hinunter geht, sieht man auf der anderen Seite die Stadt „Portomarin“.

Inzwischen habe ich die zwei Amerikanerinnen,mit ihren langen Wanderstöcken überholt. Es war wieder eine Freude ihnen zuzusehen, sie nehmen das Alles sehr spielerisch. Eine von Beiden, quasselt dauernd, llacht viel und hat nur Blödsinn im Kopf. Die Zweite trottet hinter ihr her.

Wenn ich sie unterwegs so sehe, dann denke ich: „Die schaffen das nie“!Doch dann tauchen sie plötzlich irgendwo wieder auf. Als ich die lange Brücke überquert habe und die Stufen zur Stadt hinauf gehe, sehe ich, wie die Zwei weit hinter mir, am Anfang der Brücke auftauchen. An der ersten Straße gehe ich rechts, dort ist ein großer Park mit Bänken und Tischen. Hier werde ich meine Pause machen, hier riecht es nicht nach Sche….. und ich kann telefonieren.

Direkt gegenüber ist ein Laden, in dem ich auch etwas einkaufen kann. Das Wetter ist schön, aber der kalte Wind! Es wird nichts daraus, eine längere Pause zu machen. Mir ist es zu kalt hier. Also Rucksack hoch und weiter.

Ich gehe durch den Park und dann links hoch.Ich will zur „San Nicolas Kirche“. Diese Kirche wurde, als der Stausee gebaut wurde, Stein für Stein abgebaut und im neuen „Portomarin“ wieder aufgebaut. Ich gehe links in das Stadt-Zentrum, wo auch die Kirche steht. Hier kommt mir „Lukas“ entgegen, der morgens oft von der Putzfrau aus dem Bett gescheucht werden muss. Er sucht den „Camino“. Tut mir leid, ich habe ihn nicht! Blödsinn! Ich sehe zur Zeit auch keine Richtungs-Pfeile. Dann höre ich Blechmusik, eine Musikkapelle kommt die Straße hoch gezogen. Und wer tanzt dazu auf der Straße?Richtig! Die zwei Amerikanerinnen, trotz der Fußprobleme, welche eine von den Beiden hat.

Nach dem ich mir die Kirche angesehen habe, ein Gebäude wie eine Burg, viereckig und mit Türmen, gehe ich weiter.Die gelben Pfeile weisen mir den Weg aus der Stadt hinaus.Weiter geht es über eine lange

Fußgängerbrücke, über den „Rio Ayo Torres“. Auf einem Waldweg, der wieder steil ansteigt, laufe ich bis zur Landstraße C-535, der ich nun folge. Nach insgesamt 8,5 Km erreiche ich „Portomarin“ und danach „Gonzar“. Es ist eine Gemeinde-Herberge. Ganz neu gebaut, mit großartiger Sanitäreinrichtung, doch leider läuft kein Wasser. Zum Glück ist unmittelbar daneben eine Bar, in der man gekühlte Getränke bekommt. So nach und nach trudeln „Alle“ wieder ein. Die Franzosen, Jose, Pat, Lukas und vier Monteure,die versuchen, uns wieder Wasser ins Haus zu bringen.

Leider gelingt es nicht. Es ist ein toller Duft ( Schweißgeruch ) in der Bude, aber keine Fliegen mehr. Die haben sicher, ohne ihr „Credencial“ abzustempeln, im Sturzflug die Albergue verlassen.

Und das will was heißen, bei Fliegen! 60 Personen im Raum, ungewaschen und alle haben die Schuhe aus. Das muss man erlebt haben! Um dem etwas zu entgehen, setze ich mich mit meiner „Musi“ ins Freie, vor das Haus auf eine Bank und bin nicht lange alleine. Seit ein paar Tagen habe ich Schmerzen in der rechten Schulter. Sicher bedingt durch den Rucksack. Dieses Problem werde ich wohl mit nach Hause nehmen müssen. Es hilft nun alles nichts, es ist gleich 22.oo Uhr, ich muss hinein, und Wasser ist immer noch nicht vorhanden. Also Nase zu und durch.

PS. Da ich jetzt schon abschätzen kann, wann ich am großen Ziel in „Santiago de Compostela“ bin, geplant war am 03.07.2007, hat Sandra mir einen Heimflug ab „Labacolla“ am 05.07.2007 gebucht. Dann bin ich 5 Wochen von zu Hause weg. Obwohl es sehr schön war, bin ich froh wenn ich meine „Olle“ wiedersehe. Ich gebe es gerne zu, dass ich „SIE“ sehr vermisst habe.