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32.Etappe:

Montag den 02.07.2007 Ankunft in Santiago de Compostela

 

Es ist Montag der 02.07.2007 um 15.4o Uhr. Nun stehe ich hier oben, an dem Denkmal, das zu Ehren des „Papstbesuches“ von „Papst Johannes Pauls II.“ errichtet wurde und schaue auf die Stadt „Santiago de Compostela“ herab.

Wenn man das „ZIEL“ erreicht hat und steigt auf den „Monto do Gozo“ hinauf, sollte man das mit der Überzeugung tun, das „ZIEL“ erreicht zu haben. Denn was man von hier oben sieht, ist zunächst einmal verwirrend. Man sieht nur eine Stadt, wie viele andere auch. Die „Kathedrale“ sieht man nicht. Man erlebt nichts Besonderes und ist wohl eher sehr enttäuscht, wenn man zuviel erwartet hat. Wenn man aber hier hinauf kommt und freut sich einfach nur, die Stadt als das ZIEL zum ersten Mal zu sehen, dann freut man sich, dass man es geschafft hat.

So habe ich es jedenfalls gehalten. Als ich am Fuße des Hügels stand und mich nur noch die paar Meter Hügel aufwärts vom freien Blick auf „Santiago“ trennten, habe ich mein „Handy“ genommen und meine Frau zu Hause angerufen und ihr gesagt, dass ich hier vor diesem Hügel stehe und nun „mit ihr zusammen“ die letzten Schritte hinauf gehen möchte. „Sie“ sollte dabei sein, wenn ich„Santiago de Compostela“, das ZIEL meiner Pilgerreise zum ersten Mal sehe.  Auf dem ganzen Weg hat sie mich stets begleitet!Sie war immer an meiner Seite! Wenn ich morgens bei meiner ersten großen Rast, nach ca. 3 bis 4 Std. Wanderung, gegen 10.oo Uhr anrief, erzählte „Sie“ mir was ich heute noch alles vor mir hatte.

Welche Berge noch im Weg lagen, über die ich noch steigen musste. „Sie wusste Alles, nur nicht, wie das Wetter war, dass musste ich ihr sagen“. Ich rief zu Hause an, wenn ich in der „Albergue“ des Etappenzielortes angekommen war und ein Bett bekommen hatte.

Abends bevor dann das Licht ausging, rief ich noch ein Mal zu Hause an und berichtete ihr dann vom Tag. So wusste sie jeder Zeit wo ich war, wie es mir ging und was ich hinter mich gebracht hatte, auf der jeweiligen Etappe. Ich für meinen Teil, freute mich morgens darauf, ihre Stimme zu hören, etwas mit ihr zu quatschen und zu wissen, dass es auch ihr gut ging. Jetzt stehe ich hier, am Denkmal und sehe diese Stadt,sie ist nicht mehr weit entfernt. So beschließen wir, „Lukas“ und ich, diesen „Katzensprung“ auch noch hinter uns zu bringen und weiter zu gehen nach „Santiago de Compostela“.Zuerst aber runter vom Hügel, zur „Ermita San Marcos“, dort gibt es den Stempel, fürs „Credencial“.Hier kommen wir mit einer deutschen Frau ins Gespräch, die gerade von „Santiago de Compostela“ zurück gekommen war und noch ein Mal auf den „Monto do Gozo“ gestiegen war, um Abschied zu nehmen.

Sie sagte uns, dass gleich am Anfang der Stadt eine gute „Albergue“ sei, in der man auch mehrere Nächte bleiben kann. Dies war sehr wichtig, denn wir konnten erst am Donnerstag den 05.07.2007 abreisen. Bis dahin brauchten wir eine Unterkunft. Es war, wie schon gesagt, nicht mehr weit bis dort, so dass wir schon 1 Std. später, die „Albergue“ erreicht hatten. Wir bekamen dort ein Bett und frische Bettwäsche. Es war ein „Seminargebäude“,das in den Sommerferien, zu einer „Albergue“ umfunktioniert wird. Alles war sehr großzügig angelegt und sauber.

Zuerst ging es unter die Dusche, dann Wäsche waschen und aufhängen.Meine Strickjacke, die ich noch immer nass, im Plastikbeutel,mit mir herum schleppte, aufhängen zum trocknen. Nach dem wir alles erledigt hatten, ab in die Stadt zum „Pilgerbüro“. Hier bekommt man nach Vorlage des entsprechenden Nachweises, dem „Credencial“ mit allen Stempeln der einzelnen Etappen, die begehrte „Compostela“ ( die Urkunde der Jakobspilger ) ausgestellt und ausgehändigt. Von der „Albergue“,waren es noch einmal ca. 2,5 bis 3 Km Fußweg, bis in die Altstadt, zur Kathedrale und dem Pilgerbüro.

Wir waren doch heute schon ca. 42 Km gelaufen, was sind da dann noch die paar Km hin und zurück? Es bewahrheitet sich, was in den Wanderführern steht, dass man am Ende der Pilgerreise, ohne Probleme 30 bis 40 und mehr Km laufen kann. Als wir an der „Kathedrale“ ankommen, rufe ich meine Tochter „Sandra“ an. Sie weist mich dann ein, wo ich mich hinstellen muss, damit ich über die „Webcam“, die oberhalb des „Pilgerbüros“ angebracht ist und den Vorplatz mit der großen, breiten Treppe an der rechten Seite der „Kathedrale“ abstrahlt, zu sehen bin.

Dort ist ein „Brunnen“ angebracht und „Lukas“ und ichbewegen uns hier um diesen Brunnen herum. Die Bilder, die „Sandra“ dann über das Internet, von uns gemacht hat, zeigen mich im hellen Annorack und Lukas in seiner geblümten kurzen Hose. Wir haben uns dann zurück gemeldet und unsere „Compostela“ erhalten. Auf dem „Monto do Gozo“ trafen wir auch zwei Pilger, die sich auch auf dem Weg kennengelernt hatten. Sie kamen kurz nach uns in die gleiche „Albergue“.

Die Zwei trafen wir dann auch in der Stadt wieder und so zogen wir dann gemeinsam, zu Viert, durch „Santiago de Compostela“ und bummelten an den Läden und Geschäften vorbei. Dann wurde es Zeit sich auf den Weg zur „Albergue“ zu machen, denn auch hier gilt: „22.oo Uhr Licht aus“! Wir waren aber früh genug, um uns noch in aller Ruhe, in einer Bar, in der Nähe der „Albergue“ nieder zu lassen, etwas zu essen und eine „Flasche Wein“ zu trinken. Nach diesem langen Tag und einer sehr, sehr langen Etappe und der „gesunden Ankunft“ am „großen ZIEL“ in „Santiago de Compostela“, war dann der Tag um 22.oo Uhr zu Ende.