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34.Etappe:
Mittwoch den 04.07.2007 Am Cap Fisterra

Heute wieder, ganz locker, um 07.oo Uhr aufstehen und nach dem Frühstück zum „Busbahnhof“, (zum Depot) gehen.

Hier steht schon eine stattliche Anzahl Pilger, die auch ans „Cape Finisterra“ wollen. Ein Bus ist schon weg. Dann fahren wir ca.1 ½ Std. bis „Finisterra“. Ich bin ja, ein großes Stück, durch Spanien gewandert. Dabei bin ich auch durch Baumbestände und Waldgebiete gewandert.

Was aber hier, an der Küste, schon fast normal ist, habe ich im Inland nicht gesehen. Sobald wir in die Nähe der „Atlantikküste“ kommen, sieht man fast nur noch, verbrannte und verkohlte Bäume. Der ganze Küstenstreifen, an dem wir vorbei fahren, ist „verbranntes Land“. Die Baumstämme sind, bis zu einer Höhe von 4 bis 5 Meter, verkohlt. Wir kommen, trotz oft sehr enger Straßen und starkem Verkehr, gut in „Finisterra“ an.

Da wir aber auch bis zum „ 0 - Punkt “ wollen, machen wir uns, „zu Fuß“, auf den Weg und gehen der „Wegmarkierung“ nach. Diese führt uns rechts über die Stadt hinaus, über den Berg, in Richtung „Cap“. Es ist heute, seit vielen Tagen, ein richtig heißer Tag. Ohne diesen lausigen, kalten Wind, der mich seit „Burgos“ bis hierher begleitet hat. Da wir es gewohnt sind, über jeden Berg zu pilgern , der uns im Weg steht, macht es uns auch nichts aus, diesen Weg zu gehen und so lange zu laufen, bis uns der Berg die „Sicht auf das Cap“ nicht mehr versperrt.

Nach ca. 1 Std. sind wir oben angelangt und haben eine richtig tolle Aussicht, auf das „Cap“ und den „Atlantik“. Nach dem nun folgenden „Abstieg“ erreichen wir nach weiteren 20 Minuten den „140 m hohen Granitfelsen“ auf dem der „Leuchtturm“ steht. Das „Cap“ ist mit allen „Attributen“ des „Caminos“ ausgestattet. So findet man hier, die erste Stelle, mit der „Muschel“ und dem „0 - Punkt“. Das „Pilgerkreuz“, das uns den ganzen Weg über begleitet hat, ist ebenfall hier aufgestellt. Hier am „Cap“, glaubten die Menschen früherer Zeiten, dass hier das „Ende der Welt“ sei.

Es gibt hier auf dem Felsen ein „Paar Schuhe in Bronze“. Das bedeutet, dass die Pilger, hier ihre zerrissene Kleidung und ihre kaputten Schuhe, von der langen Pilgerreise, verbrennen sollen. Es ist eine Unmenge an Gedenktafeln und Büsten am Fels befestigt. Der ganze Felsvorsprung, ist auf „Tourismus“ getrimmt. Den Rückweg nach „Finisterra“ gehen wir über die Landstraße, immer am Meer entlang.

Am Ortseingang von „Finisterra“ steht die romanische Kirche „Santa Maria das Areas“, an der auch das „Pilgerkreuz“ steht. Hier gibt es eine „Albergue“ und man kann sich auch hier, einen Stempel ins „Credencial“ machen lassen. Von hier hat man einen schönen Blick, über „Finisterra“, den Hafen und die Bucht. Seit gestern, hat sich „Andree“ zu uns gesellt.

Er war „Fahrradpilger“ und wir trafen ihn in der Altstadt, auf der Suche nach einer „Albergue“. Wir haben ihn, mit zu uns genommen und somit wandert er, jetzt mit uns. Nach dem wir zu Mittag gegessen haben, haben wir uns die Stadt noch etwas angesehen und uns in der Nähe, der „Bushaltestelle“, in ein „Cafe“ gehockt. Von hier war der „Hafen“ und der Eingang in die Stadt, gut zu übersehen. So sah ich auch hier, wieder Pilger, von irgendwo, auf dem Weg, die es auch geschafft hatten. Ein „Engländer“, der mit mir über die „Pyrenäen“ gewandert war, saß hier, mit seiner Frau. Er hatte sein linkes Bein, immer noch, bandagiert. Er hatte sich, gleich auf der ersten Etappe, erheblich verletzt. Doch auch er, hatte bis hier durchgehalten. Dann kam ein Pilger, auf „nackten Füßen“. Er sah aus, wie ein „Indianer“.

Er trug eine Feder im Haar und die Haare fielen ihm über die Schultern. Er war auch, wie ein „Indianer“ gekleidet, nicht bunt, sondern in uni - braun. Nur der Schnitt entsprach der Indianerkleidung. Er trug nur einen Beutel bei sich, in dem er sein „Hab und Gut“ transportierte. Er setzte sich im Hafen auf eine Bank. Alle die da schon saßen, standen gleich auf, denn er roch wohl sehr streng. Gegen 16.oo Uhr, fuhren dann die Busse zurück, nach „Santiago de Compostela“.

Wir haben dann in der Bar, in der wir schon bekannt waren, zu Abend gegessen und wieder ein Paar Flaschen Wein getrunken. Dann habe ich endlich, meine Strickjacke „trocken“ von der Leine genommen und eingepackt. Meinen „Schlafsack“ und die „Isomatte“, habe ich verschenkt. Alles, was ich nicht mehr brauchte, wurde entsorgt.

Der „Rucksack“ wurde reisefertig gepacktDenn am anderen Tag, mussten wir um 06.oo Uhr, von der „Albergue“, zum „Busdepot“ marschieren. Dann war der Tag vorbei und es ging wie immer um 22.oo Uhr das Licht aus. Heute war ein rundum schöner Tag. Es war richtig an das „Cap Finisterra“ zufahren.

 

„ Man muss es gesehen haben! “