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Etappe: 16a. Neuanfang

 

Nun bin ich wieder auf dem Weg nach Spanien, um die Pilgerwanderschaft, auf dem „Camino Francis“ von dort fortzusetzen, wo wir, meine Frau Helga und ich, am 09.06.2008 aufgeben mussten.

An dem Morgen, an dem wir feststellen mussten, dass es schon wieder in Strömen regnete und die Aussicht auf besseres Wetter nicht gegeben war, hatten wir in
„Santo Domingo de la Calzada“
abgebrochen und sind nach Hause geflogen.


Wir waren damals bereits seit 2 Wochen auf dem Weg. Teilweise konnten wir den Camino nicht gehen, da Teilstrecken, vom dauernden Regen, wegen Überflutung gesperrt waren und unsere Kleidung völlig durchnässt war.

Die Temperatur bewegte sich nur zwischen 10° bis 12°. Wir zogen abends die feuchten und nassen Kleider aus, um sie dann morgens genauso nass wieder anzuziehen.

Da in den Herbergen nicht geheizt wurde, trocknete nichts und alles, was wir im Rucksack mit uns trugen, war klamm und nass. So blieb uns keine andere Möglichkeit. Wenn wir unsere Gesundheit nicht gefährden wollten, für diesmal die Sache zu beenden. Dies geschah dann, schweren Herzens, in „Santo Domingo de la Calzada“, am 09.06.2008.

Ich habe über diese Pilgerreise ausführlich berichtet und möchte nun, über deren Fortsetzung, weiteren Bericht erstatten.

Am 17.09.2008 lassen es sich meine Frau und meine zwei Töchter nicht nehmen, mich zum Bahnhof nach „Düren“ zu begleiten und mich um 10.15 Uhr zu verabschieden.
Um 13.55 Uhr fliege ich mit TUIfly nach „Bilbao“.
In „Bilbao“ bin ich, da das Flugzeug nicht pünktlich war, eine ¼ Stunde zu spät am Bus-Terminal.

So ist mein Bus, nach „Santo Domingo de la Calzada“, gerade weg.

Ich bekomme aber noch einen anderen Bus, um 17.3o Uhr nach „Burgos“, der um 20.3o Uhr vor Ort ist.
Auf dem Weg dorthin, steigen immer mehr Leute aus, so dass ich zum Schluss nur noch alleine im Bus sitze.


Unmittelbar an der Altstadt und somit in Sichtweite der „Kathedrale de Santa Maria“bekomme ich, in einer kleinen Bar, ein Zimmer für die Nacht. Da es schon dunkel ist und auch schon sehr spät,habe ich nicht lange gesucht und direkt die nächste Bar am Bus-Terminal angesteuert und dann dieses Zimmer bekommen.

Es hatte zwar kein Fenster, war aber sauber und ich bekam in der Bar auch noch etwas zu essen.
Nachdem ich mich etwas erfrischt und gegessen hatte, ging ich noch in die hell erleuchtete Altstadt.

Dazu brauchte ich nur die Strasse zu überqueren und dann über die Brücke, über den „Rio Arlanzon“ zu gehen, die mit schönen Straßenlaternen hell erleuchtet ist.
Dann gehe ich durch das „Santa Maria Tor“,der gleichnamigen Kirche (Iglesia Santa Maria) und die „Kathedrale de Santa Maria“ ist bei dieser tollen Beleuchtung schön anzusehen.

Natürlich mache ich einige Bilder und beende dann diesen langen Tag der Anreise nach „Burgos“.Morgen früh geht es mit dem Bus um 10.3o Uhr weiter bis „Santo Domingo de la Calzada“, von wo aus ich dann am 20.09.2008 die Fortsetzung des „Caminos“ beginnen werde.

Es ist jetzt 22.oo Uhr und ich lösche das Licht, in meinem Zimmer - ohne Fenster. Der 2. Tag, - der 18.09.2008, beginnt gegen 07.oo Uhr. Mein Bus geht aber erst um 10.3o Uhr. Ich habe also genügend Zeit, um mich fertig zumachen und zu frühstücken.

Es ist auch noch Zeit für einen kurzen Abstecher in die Altstadt, um ein paar Fotos zu machen.
Um 10.3o Uhr geht es weiter, zum Startpunkt für den Wieder-Einstieg. Dabei befahren wir im Bus, lange Strecken des „Jakobsweges“,die ich in den nächsten 3 Tagen zu Fuß
( „A Pie“, so heißt das auf dem „Camino“) zurück laufen muss, denn ich muss wieder nach „Burgos“ zurück, auf dem „Camino“.

Um 12.3o Uhr bin ich endlich am Ziel. „Santo Domingo de la Calzada“.

Ich melde mich in der „Albergue Cofradia (Bruderschaft) del Santo“ an. Es ist die gleiche „Albergue“ in der wir auch im Juni waren. Da ich sehr früh da war, konnte ich mir das Bett aussuchen. Das Bett, in dem Helga geschlafen hatte, war frei und so entschied ich mich dafür.


Nachdem ich mich eingerichtet habe und meinen Rucksack für den kommenden Tag und die 1. Etappe vorgepackt habe, wird es unruhig auf der Strasse. Heute ist hier Erntedankfest und es zieht eine Prozession durch die Stadt.
Viele Jugendgruppen sind dabei, die sich durch ihre Kleidung unterscheiden. Sie tragen dazu Latzhosen, in den unterschiedlichsten Farben. Daran kann man die Gruppen von einander unterscheiden.

Sie tragen eine Statue der Mutter Gottes und eine Statue des hl. Domingo de Vilovia durch die Stadt. Dazu spielt eine Musikkapelle. Alle Honoratioren und die kirchlichen Würdenträger, folgen in vollem Ornat den Statuen.


Dazu tanzt eine Jugendgruppe auf der Strasse. Sie haben eine eigene Musikgruppe dabei, die hierzu die entsprechende Musik spielt.
Es ist ein großes Spektakel und die Stadt ist voller Menschen. Am Abend zogen wir dann, mit den Hospitaleros an den Stadtrand.

Hier brannten, auf einer großen Wiese, viele Lagerfeuer, über denen große Töpfe hingen, oder große Pfannen, die darauf standen. Suppen und verschiedene Fleischgerichte wurden hier zubereitet. Es sah so aus, als ob hier jede einzelne Familie der Stadt, ein Lagerfeuer entfacht hätte und dort, im Freien, mit ihren Verwandten, Erntedank feierte.

Sie trugen alle diese bunt - karierten Latzhosen. Alle Gruppenweise, in den gleichen Farbkombinationen. Wir bekamen jeder, von den Hospitaleros, ein Plastikbesteck, Pappteller und Pappbecher.
Damit konnten wir uns, dort wo die erzeugten Produkte dann auch verkauft wurden, bedienen. Am Eingang der Wiese wurde in ca. 20 großen Kochtöpfen, auf großen Feuern, Suppe gekocht, die dann verkauft wurde.

Hier hatte sich eine Menschenschlange von ca. 300 m, in 3er – 4rer Reihe gebildet. Sie standen alle geduldig an, um sich dort eine Suppe zu kaufen. Die ganze Wiese war eine riesige Rauchwolke und es roch nicht gerade einlandend. So schmiss ich mein Plastikgeschirr in die Mülltonne und verdrückte mich. Ich ging zurück zur „Albergue Confradia del Santo“.
Bis jetzt war das Wetter gut. Am Nachmittag hatte es zwar heftig geregnet, aber danach war es wieder gut geworden. Etwas kalt war es schon, aber nicht unerträglich.

Im Hof der „Albergue Confradia del Santo“ (es handelt sich hier ja um eine Klosterherberge) werden die Hühner und Hähne in Käfigen gehalten, die wie bereits berichtet, in der Kathedrale, in Abständen und im Wechsel Dienst tun müssen.
Hier wird ein ganz neues und modernes Herbergshaus gebaut, um dem ständig steigenden Pilgerstrom für die Übernachtung Herr zu werden und die Pilger anständig zu versorgen.

 

Um 22.oo Uhr liege ich dann in meinem Bett Nr. 18, in dem am 08.06.2008 Helga geschlafen hat und denke an den kommenden Tag, an dem es nun so richtig losgeht.