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8.Etappe
Sonntag, den 01.06.2008 Von Cirauqui nach Estella.Um 06.15 Uhr ist aufstehen angesagt.

Es regnet noch immer. Am liebsten würden wir liegen bleiben.

Das geht aber nicht, denn bis 08.oo Uhr muss die Herberge verlassen sein. Also alles wie gehabt. Rucksack gepackt. Noch schnell einen Becher Kaffee con Leche aus dem Kaffeeautomaten. Dann geht es los. Der Jakobsweg ist unpassierbar geworden.

Wir müssen die Landstraße nehmen. Gerade dieses Stück Weg ist bei gutem Wetter sehr schön. Hier gibt es eine alte, fast zerfallene Römerbrücke über den Bach „Iguste“. Dieser ist so sehr angestiegen, dass wir diesen Weg nicht gehen können und nun auf der Landstraße unsere Pilgerreise fortsetzen. Da wir in der „Albergue Maralotx“ nicht frühstücken konnten, hoffen wir, dass wir in „Lorca“, in der Bar, die zur dortigen Albergue gehört, ein Frühstück bekommen können. So ziehen wir frohen Mutes die N-111 entlang und werden von den vorbei donnernden Lkws fast von der Straße geweht. Und es regnet immer noch.

So erreichen wir „Lorca“ und müssen allerdings voller Bedauern feststellen, dass die Bar noch geschlossen ist. Dafür wachsen in den Gärten, am Straßenrand, Kakteen die ihre Blütenpracht entfaltet haben. Wir ziehen weiter durch den Ort, an dessen Ende wir wieder einen Anstieg bewältigen müssen. Zwischenzeitlich hatte es mal kurz aufgehört zu regnen.

Als wir oben sind, beginnt es aber wieder zu regnen. Der Weg geht jetzt immer, in Sichtweite der N-111, in Richtung „Estella“ weiter. Wir gehen unter einer Brücke durch. Hier nehmen wir die Möglichkeit wahr, die Rucksäcke kurz abzusetzen, um eine Pause zu machen. Hinter der Brücke ist dann „Villatuerta“ zu sehen, wo wir durch müssen. Es geht immer noch auf der Landstraße weiter. Im Ort überqueren wir den „Rio Iranzu“ und gehen weiter, zum Ort hinaus.

Auch hier keine Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu essen und einen Kaffee con Leche zu trinken. So ziehen wir wieder weiter, den Berg hinauf, an der „Ermita de San Miguel“ vorbei und weiter in Richtung „Estella“. Wir kommen an einem großen Pilgerrastplatz vorbei. Hier wählen wir wieder die N-111 nach „Estella“. Dann tauchen endlich die ersten Häuser von „Estella“ auf und dann auch eine Bar, die geöffnet hat. Hier machen wir die lange ersehnte Frühstückspause. Und es regnet immer noch.

Eine Hamburgerin gesellt sich zu uns, die wir auf dem Weg zum „Alto de Perdon“ kennen gelernt haben. Sie ist alleine unterwegs. Sie sagt, sie hätte sich diese Auszeit genommen. Nachdem die Kinder groß sind, wollte sie für eine geraume Zeit alleine sein. So läuft sie nun den „Camino“. Nach dem wir unsere Frühstückspause gemacht haben, gehen wir weiter.

Es ist noch ein gutes Stück Weg zurück zu legen. Wir wollen nach „Ayegui“ in die Sporthalle. Hier ist eine schöne, geräumige Albergue untergebracht. Dafür müssen wir aber noch den „Rio Ega“ überqueren. Hinter der Brücke, über den „Rio Ega“, der zur Zeit ein reißender Strom ist und der durch die Regenfälle, der letzten Zeit, über die Ufer getreten ist und große Wassermassen mit sich führt, gehen wir hinunter, auf die alte Pilgerstraße und halten uns links.

Hier passieren wir die Kirche „San Pedro de la Rua“, eine Kirche aus dem 14. Jh. „Iglesia del Santos Sepulcro“ haben wir gesehen, da sie ganz am Anfang „Estellas“ steht, als wir auf der anderen Seite des Flusses nach „Estella“ hinein gingen. Wir verlassen nun „Estella“ durch das alte Stadttor und kommen dann übergangslos in den Stadtteil „Ayegui“. Noch ein Stückchen Weg und ein kleiner Anstieg und wir haben unser Etappenziel für heute erreicht. Wir sind an der Sporthallen-Albergue in „Ayegui“ angelangt. Helga ist froh, wenn sie sitzen kann. Das Wetter macht uns fertig. So macht es wirklich keinen Spaß.

Hospitalero Peto, den ich noch aus dem Vorjahr kenne, trägt uns in sein Meldebuch ein. Er stempelt unser Credencial und gibt uns unsere erste Urkunde, für die ersten 100 km auf dem „Camino“. Dann belegen wir unsere Betten und verrichten unsere alltäglichen Arbeiten und die Körperpflege. Ein Glück, es gibt hier eineWaschmaschine und einen Trockner. So wird unsere Kleidung wieder schön sauber und auch trocken. Abends gibt es wie immer Pilgermenue und für den nächsten Morgen ist Frühstück bestellt. So endet dieser Tag mit Karten schreiben gegen 21.3o Uhr.

Da wir hier die Ersten waren, konnten wir uns noch die Betten aussuchen. Nun ist die Bude voll. ( Completto ) Das Licht verlöscht auch hier um 22.00 Uhr.