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19. Etappe:
von „Ages“ bis „Tardajos“ 33 km
Sonntag, den 21.09.2008

 

Gegen 05.3o Uhr stehe ich auf und mache ich mich fertig, für den Abmarsch. Meinen Rucksack habe ich gestern Abend noch, soweit wie möglich gepackt.

Die Sonne geht erst nach 08.oo Uhr auf, dann fängt es an, warm zu werden. So ist es mondhell, beim Verlassen des Dorfes „Ages“. Nach einer ¼ Std. erreiche ich schon die mittelalterliche Brücke, über den „Rio Arroyo de los Prado“,

Da ich, laut Wanderführer, ab hier nur noch auf der Landstraße laufe, ziehe ich meine Wanderschuhe aus und tausche sie gegen meine Treckingsandalen. Das war ein großer Fehler, was sich schon am Abend herausstellte. die von „Juan de Ortega“ erbaut wurde.

Gestern Abend kam ein Mädchen, ca. 18 Jahre alt, in die „Albergue San Rafael“. Sie hat eine Kindergitarre im Rucksack dabei.Auch sie liegt noch im tiefen Schlaf, als ich los ziehe

. Es ist sternenklar, der Mond scheint und verbreitet sein Licht. Es ist aber noch sehr kalt und man ist gut beraten, die warme Jacke anzuziehen.

Ich habe mir angewöhnt, abends meine Zipphose, die ich bei der ersten Pause, gegen 10.oo Uhr immer kürze, zu verlängern, weil es morgens sehr kalt ist. Ich bewege mich leise und möchte niemanden stören, oder wecken. Die gestrige Etappe hat wohl alle etwa geschlaucht, denn alle liegen noch flach und pennen.

Um 06.3o Uhr verlasse ich die „Albergue San Rafael“ in „Ages“Es geht nun geradeaus weiter, auf dieser Piste. Rechter Hand liegt das große Gefängnis von „Burgos“.bis ich wieder auf die N-120 stoße und dann rechts daran entlang gehe, um danach links unter der Brücke, über den „Rio Arlanzo“ hindurch zu gehen.Von hier gehe ich dann wieder zur Landstraße, neben der ich links entlang, nach „Tardajos“ gehe. In dem „Refugium“ bekomme ich mein Bett.

Nachdem nun die Wäsche gewaschen ist und alles wieder klar ist, für den morgigen Tag, gehe ich einkaufen.

Komisch, - alle möglichen Sehenswürdigkeiten werden in allen Wanderführern angezeigt. Der Knast nicht. Obwohl es ein markantes Gebäude ist.. Ich bin nicht als Einziger, mit einer Gitarre, auf dem „Camino“ unterwegs. der Blick vom Matagrande auf Burgos, nach ca 5 - Std bis dort. Ich wandere weiter, auf der Landstraße und sehe vor mir das Dorf „Atapuerco“. Hier hat man vor Jahren den ältesten Menschen ausgegraben und man gräbt immer noch.

Man kann die Grabungsstätte besichtigen und im Museum die Ausgrabungsfunde ansehen. Man hat bewiesen, dass der Neandertaler nicht der erste Mensch war. Ich durchwandere „Atapuerco“. Es ist draußen noch immer dunkel. Am Ortsende von „Atapuerco“ geht der Weg nach links, auf einen breiten Feldweg ab. Jetzt geht es wieder hinauf, in die Berge. Der Weg wird schnell steiler und je höher ich komme, umso schlechter.

Im Osten, am Horizont, erscheint ein roter Streifen und zeigt, den sich nahenden Sonnenaufgang an.Um 08.oo Uhr habe ich die Hochebene „Matagrande“, auf 1082 m Höhe, nach einem schweißtreibenden Aufstieg erreicht. Während ich die Hochebene überquere, geht endlich die Sonne auf und es wird hell und warm. als ich daran vorbei ging.

Statt ihrer gibt es in „Burgos“, unmittelbar an der „Kathedrale de Santa Maria“ eine neu errichtete „Albergue“. Hier mache ich eine kleine Pause. Ich ziehe die dicke Jacke aus und mache die Beine von der Zipphose ab. Mein Rücken ist schon ganz nass geschwitzt und das ist ohne Rucksack zu kalt.So ziehe ich weiter. Am Rand der Hochebene, auf der Pilger Steinkreise gelegt haben, sehe ich in das nächste Tal hinein und sehe weit hinten rechts „Burgos“, wo ich in einigen Stunden sein werde.Nun geht es wieder steil nach unten, bis auf den Zubringer für ein Zementwerk, welsches rechts, am Berghang liegt. Dann komme ich zur Landstraße, die über „Villaval“, - „Cardenuela de Riopico“ und weiter bis „Orbaneja de Riopico“ verläuft.

Hier lege ich, in der Bar, unterhalb der Kirche, eine Pause ein.Nachdem ich mein Bocadilla und meinen Cafe con Leche gegessen und getrunken habe, geht es auf Sandalen weiter.

Hinter „Orbaneja de Riopico“ führt mich der Weg, über eine Brücke, über die Autobahn. Hier muss ich mich für eine Alternative entscheiden.Im Jahre2007 bin ich gleich links gegangen und musste dann an Müllkippen und Müllfahrzeugen vorbei gehen. Darum wählte ich die andere Route, nach rechts und um den Flugplatz herum, nach „Villafria“, einen Vorort von „Burgos“. Diese Wegalternative führt nur über Asphaltstrassen. Dafür ist es dort aber sauber.

Es geht also am Flugplatz vorbei, dann rechts, über eine Brücke und über die Eisenbahnschienen. Danach links weiter, durch ein neues Wohngebiet und dann nur an Lagerhallen und Firmengeländen vorbei. Eine große Industrievorstadt von „Burgos“.

Um 12.oo Uhr bin ich, nachdem ich über 1 Std. durch dieses Industriegebiet gelaufen bin, am Stadtrand von „Burgos“, bei 20° Wärme angelangt. Nun muss ich aber noch ca. 6 km bis in die Altstadt von „Burgos“ laufen.

Unterwegs gehe ich in eine Apotheke und besorge mir Antibiotika, denn ich habe an der linken Hand, am Nagelbett des kleinen Fingers, eine schmerzende Entzündung. Der Fingerkopf und das Nagelbett sind schon blau angelaufen. Dann geht es weiter, durch die Häuserschluchten, in Richtung Innenstadt/Altstadt. Auf halbem Weg stoßen die Pilger, die an der Müllkippe vorbei gelaufen sind und daher von der anderen Seite in die Stadt gekommen sind, zu mir.

Nachdem ich die „Kathedrale de Santa Maria“, in der Altstadt erreicht habe, tätige ich noch paar Einkäufe, wie Postkarten, Briefmarken, Essen und Obst. Ich halte mich noch 1 Std. in der Stadt auf.

Vor 4 Tagen war ich ja noch hier. Also wandere ich dann weiter, in Richtung „Tardajos“.

Es sind noch 9 km bis „Tardajos“, also 2 bis 3 Std. laufen. Der „Jakobsweg“ führt oberhalb, an der „Kathedrale de Santa Maria“ vorbei.

Ebenfalls am Eingang der Kirche „San Nicolas“ und dann weiter durch das Stadttor „San Martin“, auf der „Calle Emperador“ und nach ca. 120 m links und dann nach einigen 100 m über eine Brücke, über den „Rio Arlanzon“. Weiter geht es rechts, am Ufer entlang, um dann nach kurzer Zeit links, in den Park „El Paral“ hinein zugehen.

Nach ca. 350 m erreiche ich die „Albergue El Paral“. Leider ist sie geschlossen und wird z.Z. nicht bewirtschaftet.Hier wäre ich gerne geblieben. Diese „Albergue“ hatte mir, im vergangenen Jahr, gut gefallen, Nun, - die „Albergue El Paral „ ist geschlossen und ich ziehe nun endgültig weiter, nach „Tardajos“.

Ich gehe weiter, durch den „Park El Paral“ nach rechts und dann weiter.

Ich verlasse dann, durch ein Tor, den Park. Links liegt das ehemalige Pilgerhospital, das total restauriert ist und jetzt die juristische Fakultät beherbergt. Rechts geht es weiter zur Hauptstraße, auf der ich die Stadt nun endgültig verlasse.

Ich passiere eine Straßenbrücke und marschiere nun an Häuserblocks vorbei, bis ich von der Hauptstraße, n ach rechts, auf eine Nebenstraße wechsele, die dann kurz danach in eine Piste einmündet. Es geht weiter, bis zur Brücke über den „Rio Arlanzon“, über die ich nach rechts hinüber gehe und dann gleich wieder links, auf einem breiten Feldweg, weiter wandere.

„Villambilla del Burgos“ bleibt links liegen. Nun führt mich der Weg durch Felder, über eine Brücke, über die Autobahn, an der ich dann links ein Stück entlang gehe, ein Glück, dass ich noch in „Burgos“ meine eiserne Ration aufgefüllt habe. Es ist Sonntag und in „Tardajos“ gibt es nichts zu kaufen.

Weil ich unterwegs das Schuhzeug gewechselt habe und die Sandalen nicht den Anforderungen entsprechen, da ich in den Sandalen schwitze, habe ich mir unter dem linken Fuß, unter dem ganzen Ballen, eine große Blase gelaufen. Sie ist auch gleich aufgegangen und schmerzt jetzt sehr stark. Es war auch den ganzen Tag sehr warm und man schwitzte am ganzen Körper. So habe ich mir zusätzlich auch noch einen Wolf gelaufen. Alles auf einmal! Nach dem hier geläufigen Motto: „ohne Pein keine Glorie“, habe ich in diesem Jahr alles, was ich 2007 und im Frühjahr 2008 nicht gehabt habe. Was für ein Glück ! - Das kann ja noch heiter werden.

Nach 33 km bei schönem Wetter, hat es heute trotz der kleinen Wehwehchen doch Spaß gemacht. Kurz bevor der Tag zu Ende geht und es schon dunkel ist, sitzen wir Pilger noch vor dem Haus.

Da kommt noch eine Frau angeschleppt. Sie hat Glück und bekommt in der kleinen „Albergue“ noch ein Bett. So sind Alle zufrieden und der Tag geht um 22.oo Uhr zu Ende.