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22. Etappe:
von „Fromista“ nach „Carrion de los Condes“ 19 km
Mittwoch, den 24.09.2008

 Sonnenaufgang über Fromista.


Es gibt Frühstück, in der „Albergue Municipale Fromista“. Ich lasse mir heute Zeit, so dass ich gegen 07.oo Uhr im Aufenthaltsraum bin und frühstücken kann. Das Frühstück ist aber nicht der Rede wert, so bin ich also, kurz nach 07.oo Uhr, auf dem Weg in Richtung „Carrion de los Condes“.

Von der „Albergue“ geht es zunächst etwas zurück, bis auf die Hauptstrasse P-680. Dann zur Stadt hinaus, über eine Autobahnbrücke. Anschließend gehe ich in eine Straßenbaustelle hinein. Hier wird ein großer Kreisverkehr gebaut. Es ist noch dunkel und es gibt hier keine gelben Pfeile. So laufe ich mit einem Mitpilger, der auch schon auf dem Weg ist, etwas kopflos umher, bis mein Mitpilger ein Auto anhält und nach dem Weg fragt.

Wir müssen fast den ganzen Kreisverkehr umlaufen und stoßen dann auf den Jakobsweg, der ab hier wieder schön gekennzeichnet ist.

Da wir immer nach Westen gehen, geht hinter uns die Sonne auf. Es ist wieder ein tolles Farbenspiel, das die Sonne heute am Himmel hervorzaubert.

Der Weg führt immer parallel an der P-680 entlang. Um 07.5o Uhr erreiche ich die „Ermita de San Miguel“ und danach durchwandere ich das Dorf „Poblacion de Campos“ dann weiter, an der Landstraße P-980 entlang, auf dem Pilgerweg nach „Revenga de Campos“ und weiter nach „Villamentero de Campos“ und das ganze immer wieder, parallel an der P-980 entlang, nach „Villalcazar de Sirga“.

Überall, immer das gleiche Bild. Rechts und links, neben der Landstraße, leere Getreidefelder und die Pilger, auf ihrem Pilgerweg, neben der Landstraße.

Am Ortseingang, von „Poblacion de Campos“, ist rechts eine Bar. Hier habe ich eine Pause eingelegt und meine Helga, wie jeden Tag um diese Zeit, angerufen. In „Villacalzar de Sirga“ schaue ich mir die Kirche an, sie ist sogar geöffnet. Die „Iglesia de Nuestra Senora de la Virgen Blanca“ erhebt sich groß und wuchtig über „Villacalzar de Sirga“ und lädt die Pilger zum Verweilen ein.

Dann geht der Weg wieder zurück, zur Landstraße. Kurz davor, am Ortsende, ist eine Bar, in der ich mich, nochmals für eine kleine Pause, zu den anderen Pilger setze, die hier die Sonne genießen.

In diesem Jahr, bei meiner 2. Pilgerwanderung, über den „Camino“, habe ich mir vorgenommen, nicht wie beim ersten Mal, möglichst schnell zu gehen. Sondern dieses Mal will ich langsam und bewusster meinen Weg gehen. So gehe ich nun durch die Dörfer und schaue mir die Sehenswürdigkeiten in Ruhe an, mache viele Pausen und gehe auch kleinere Umwege. Wie heute und hier, nach „Villacalzar de Sirga“.

Man kann auch am Dorf vorbei gehen und auf der Landstraße bleiben. Diese Möglichkeit, um den Weg abzukürzen, gibt es des Öfteren. Bis „Carrion de los Condes“ sind es jetzt noch ca. 6 km, neben der Landstraße her, durch Getreidefelder, ohne Baum oder Strauch. Eben so, wie es in der Meseta so normal ist. Um 12.5o Uhr bin ich am heutigen Zielort angelangt. Ich gehe wieder in die „Albergue Santa Maria del Camino“, in der ich bereits im Jahre 2007 gewesen bin. Leider sind die Nonnen, die abends für die Pilger, in der Anmeldung ,ein Meeting mit Musik und Gesang veranstalten, in Urlaub. Ich bekomme hier mein Bett. Dann folgt die tägliche Routine und die unerlässliche Fußpflege. Die Füße schmerzen zwar, aber wenn ich morgens eine ½ Std. gegangen bin, lassen die Schmerzen, verursacht durch die Blasen, langsam nach, so dass ich es aushalten kann. Was mir zu schaffen macht, ist das rechte Schienbein.

Es wird dick und verursacht starke Schmerzen. Nun, da muss ich eben durch. Voltaren Salbe drauf, und hochlegen. Das Blasenpflaster, welches ich mir auf die Blase, unter den Ballen des rechten Fußes geklebt habe, ist durch den Marsch verrutscht und muss erneuert werden. Ich versuche das alte Pflaster abzureißen.

Das verursacht höllische Schmerzen,denn ich reiße dabei die Haut, der Blase, mit ab. So etwas werde ich nicht mehr machen. Ich werde an Stellen, wo das Pflaster verrutschen kann, kein Blasenpflaster mehr verwenden, denn es klebt so fest, dass man hinterher die Blase mit abreißt. Um aber nicht noch größeren Schaden anzurichten, muss das Pflaster gut und glatt anliegen. Wenn das nicht mehr so ist, muss es erneuert werden und dann passiert das eben. Ich bepflastere also mit Verbandszeug und Salbe meinen Fuß und hoffe, dass es so gut geht.Ich habe in „Fromista“ schon einige Postkarten verschickt und brauche aber noch einige, die ich mir hier besorge und schreibe. In „Leon“ werde ich dann die letzten Karten schreiben. Es werden insgesamt ca. 50 Stck. sein.

Heute war es eine kurze Etappe von 19 km. Jetzt werde ich noch einmal Helga anrufen und dann ins Bett gehen. Es ist jetzt 20.3o Uhr.