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23. Etappe:
von „Carrion de los Condes“ nach „Terradillos de los Templarios“  26,5 km

Donnerstag, den 25.09.2008

 

Heute liegt die gefürchteste Etappe der „Meseta“ vor mir. Ein Teilstück, der heutigen Etappe, ist 17 km lang, ohne ein Dorf und kaum Schatten. Diese Etappe bin ich im vergangenen Jahr, im Regen gegangen.

Es gab damals überhaupt keine Möglichkeit sich auszuruhen, da alles nass war. Man konnte den Rucksack nirgendwo absetzen und sich selbst auch nicht hinsetzen, denn alles um mich herum war nass.
Mal sehen, wie es heute geht. Das Wetter ist schon mal gut, nur sehr kalt. Der Weg geht zunächst durch die Stadt. Ich laufe auf der Calle Santa Maria dann an der Plaza Marquis de Santillana und über die Plaza Mayor an der „Santiago Kirche“ vorbei.

Weiter über den „Rio Carrion“, am Kloster „San Zollo“ vorbei, bis zu einer Tankstelle. Hier ist die letzte Trinkwasserstelle für die nächsten 16 km. Hier sollte man die Wasserflaschen wirklich randvoll machen.
Nach ca. 4 km  ist die die „Ermita Sta Maria de Benevi“ erreicht. Kurz dahinter verlasse ich die Asphaltstraße und biege jetzt nach links auf einen Feldweg ein. Ich habe diesen Weg noch als Sandpiste in Erinnerung. Leider wurde er mit grobem Kies belegt.

Das erschwert das Wandern darauf schon sehr Besonders dann, wenn man so geschundene Füße hat, wie ich. Wenn ich mit dem linken Fuß auf einen dicken Stein trete, dann könnte ich in die Luft gehen, wie das HB-Männchen.
Auf dem Weg hängt an verschiedenen Bäumen, jeweils ein Schild, mit dem Hinweis, dass nach ca. 10 km eine Bar kommt, die Frühstück anbietet. Das hebt natürlich die Laune beträchtlich. So wandere ich frohen Mutes weiter und freue mich, auf eine schöne lange Pause, in der Sonne. Da der Weg fast schnurgerade verläuft, sehe ich schon viele km im Voraus die Bar, im Container. Lustig weht eine Coca-Cola-Fahne im Wind.


Es dauert aber noch ca. 1 Std. dann bin ich endlich da. Der Container steht auch noch etwas abseits vom Weg. Die roten Plastikstühle und Tische stehen  auch davor. Alles ist da. Die Anlage ist mit einem Zaun umgeben und ein Tor zur Anlage, ist direkt am Jakobsweg.
Doch das Tor ist zu.    -    Die Roll-Läden, am Container, sind unten. Es ist geschlossen. Das zieht einen so richtig runter. Bei uns zu Hause sagt man zu so was: „Man kann auch einen Bären zanken!“
So ein sch….     ööner  Tag!
Man kann sich noch nicht mal auf die Stühle setzen um sich etwas auszuruhen. Hier hat der hl. Jakob nicht aufgepasst. Oder er will uns ärgern?
Es hilft alles nichts, ich esse etwas von meiner eisernen Ration und trinke von meinem Brunnenwasser. Dann geht es weiter.

Von hinten, holt mich eine Frau ein, die einen sehr flotten Schritt drauf hat. Sie stellt sich vor, wie üblich, mit Vornamen und wir laufen eine Zeit zusammen. Dann merke ich, dass sie schneller ist und ich wünsche ihr „buen Camino“ (guten Weg) und sie zieht alleine weiter.
Bald geht es langsam wieder bergauf, auf eine Hochebene.

Nach ca. 14 km sehe ich den Glockenturm, des Friedhofes, von „Calzadilla de la Cueza“. Noch 2 km auf der „Teíerra de Campos“ und auch diese 16 km,  bis „Calzadilla de la Cueza“  sind geschafft.
„Calzadilla de la Cueza“ liegt hinter einer Kante, der Hochebene und ist erst sehr spät zu sehen. Am Ortsende ist eine Bar, die überquillt vor Pilgern. Hier gönnen sich alle eine längere Frühstückspause. Es ist mittlerweile schon 11.15 Uhr, da wird es Zeit, dass man etwas zu sich nimmt.

Es hat sich langsam herum gesprochen, dass ich schon einmal den Weg gegangen bin. Daraus resultiert, dass mich viele darauf ansprechen und alles Mögliche von mir wissen wollen. Seit mein linker Fuß so ramponiert ist, habe ich mir angewöhnt, in den Pausen die Schuhe auszuziehen. Dadurch erholen sich die Füße schneller und dann geht es wieder ein gutes Stück weiter. So langsam leert sich nun die Bar und der Pilgertreck zieht weiter.


Der Weg führt nach kurzer Zeit, wieder auf einen Wanderweg, neben der N-120. Dann passieren wir einen Abzweig zur Klosterruine „Santa Maria de las Tiendas“. Nach gut 1 Std. habe ich „Ledigos“ erreicht. In der „Albergue El Palomar“ habe ich bereits im vergangenen Jahr übernachtet. Es ist eine schöne Herberge mit Innenhof, teilweise gibt es Doppelzimmer und abends Pilgermenue. Doch heute gehe ich noch eine Station weiter, bis ins nächste Dorf. So bleibe ich auf der N-120 und gehe unterhalb in Richtung „Terradillos de los Templarios“  weiter.
Die Straße macht bald einen großen Linksbogen. Nach etwa 3 km ist die neue „Albergue  LosTemplarius“,  vor dem Dorf erreicht. Bis zur „Albergue Jacques de Molay“, die mitten im Dorf liegt, sind es nur noch 500 m weiter.

In dieser „Albergue“ gibt es nur Einzelbetten in kleinen Zimmern. Hier bekomme ich mein Bett. Meine Wäsche muss ich mit Brunnenwasser waschen. Abends gibt es im Restaurant Pilgermenue.
Es ist eine schöne Anlage, wohl sehr hellhörig, da die Zimmer nicht mit einer Zimmerdecke versehen sind.  Das Wetter ist noch gut, aber es ist sehr windig.  Nach dem Pilger-Menü schreibe ich mein Tagebuch und gehe dann ins Bett. Es ist jetzt 21.45 Uhr und Nachtruhe.