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28. Etappe:
von „Hospital de Orbigo“ nach „Santa Catalina de Somoza“ 25 km
Dienstag, den 30.09.2008

 

Nachdem ich mich von Elfriede verabschiedet hatte, (denn wir werden uns nicht mehr wieder sehen) gehe ich um 07.15 Uhr weiter auf meinem Weg und die heutige Etappe. Ich verlasse die „Albergue“, wende mich nach rechts und gehe, auf der Hauptstraße, zur Stadt hinaus.

Hier muss ich mich gleich wieder für eine von zwei Routen entscheiden. Da ich im vergangenen Jahr, an der N-120 entlang gewandert bin, wähle ich heute den Weg durch die Hügel. Dieser Weg ist zwar ca. 1 km länger, aber es lohnt sich, den man geht überwiegend durch Wald und Flur.

Nach einer ½ Std. habe ich bereits „Vilares de Orbigo“ erreicht und noch bevor es richtig hell ist, auch schon „Santibanez de Valdeiglesias“ durchwandert. Heute tut sich die Sonne etwas schwer. Immer wieder treiben dicke Wolken vor ihr her. So steige ich auf den „Monte de Colomba“ hinauf, nach dem ich schon über mehrere Hügel, rauf und runter gewandert bin.

Weit vor mir, sehe ich die Berge von Leon, auf die ich mich jett zu bewege und deren Ausläufer, ich heute noch erreichen werde. Auf einer Anhöhe, am Wegesrand, bei einem Pilgerrastplatz, haben die Pilger die Figur, die dort steht, angekleidet. Sie hat für mich starke Ähnlichkeit, mit Hape Kerkeling.

Es geht weiter, über bewaldete Hügel und Täler und vorbei, an Getreidefeldern, die allerdings abgeerntet sind. Nach ca. 7 km habe ich das Wegekreuz von „Santo Toribio“, einem Vorort von „Astorga“, hoch über „San Justo de la Vega“ erreicht. Hier oben ist ein Pilgerrastplatz angelegt, von dem aus man, einen freien Blick, auf die Stadt „Astorga“ hat. Hier treffe ich ein deutsches Ehepaar, aus dem Saarland, die vor einigen Jahren auch schon einmal den „Jakobsweg“ gegangen sind. 

Nun geht es weiter, auf einem schön angelegten und aufwendig gepflasterten Weg, steil nach unten und dann gerade aus, nach „San Justo de la Vega“. In der nächsten Bar, die bald kommt, werde ich meine Frühstückspause machen. Dann geht es wieder weiter, aus dem Ort hinaus und über die Landstraße.

Danach über eine Fußgängerbrücke, über den „Rio Tuerto“. Dann geht es rechts, parallel neben der Straße entlang. Am Ende gehe ich etwas zurück, zur Landstraße und gehe nun nach rechts, bis ich 2 Bahnübergänge überquere und dann in Richtung „Astorga“ weiter gehe. Bald folgt ein Weg, nach links, der mich sehr steil, nach oben, in die Stadt führt.

Oben angekommen, erscheint vor der ersten Rechts-Kurve, die „Albergue Siervas de Maria“. Ich gehe noch etwas weiter und komme dabei am Rathaus vorbei, bis zur „Kathedrale de Santa Maria“. Neben der Kathedrale steht ein Gebäude, dass sich ein ehemaliger Bischof hat bauen lassen.

Er hat es aber nie bezogen, da er sich mit den Bürgern von „Astorga“ überworfen hatte. Heute befindet sich das Museum des Jakobsweges „Museo de los Caminos“ darin. Um 12.3o Uhr habe ich dann die „Kathedrale de Santa Maria“ von „Astorga“ erreicht. Als erstes muss ich mir nun einen Schuster suchen, der mir die Wanderschuhe repariert.

Am besten frage ich dazu einen Spanier, wo es hier einen Schuster gibt.

Oia Senior… - Zapatero? Und ich zeige her, mein Füßchen mit dem kaputten Schühchen.
Si Senior! Und er läuft mit mir durch die Stadt und zeigt mir den Weg. Innerhalb von 5 Min. sitze ich bei einem Zapatero, der mir meinen Schuh nachnäht.

Nachdem das erledigt ist, mache ich noch paar Fotos, von der „Kathedrale de Santa Maria“ und sehe mir den „Bischofspalast“ daneben, genauer an. Auch hier mache ich noch einige Fotos. Danach muss ich noch einige Ansichtskarten kaufen, damit ich alle 40 Leuten schreiben kann, denen ich es versprochen hatte.

Auch damit ich zu Hause keinen Ärger bekomme, wenn ich einen vergessen haben sollte. Nachdem ich alles erledigt habe, mache ich mich langsam wieder auf den Weg. Es ist jetzt 12.5o Uhr. Es wird Zeit, weiter zu gehen.

Zu erwähnen wäre noch, dass in „Astorga“ drei Pilgerwege zusammentreffen und sich vereinen. Der Pilgerweg von „Sevilla“, der „Rio de la Plata“ und der Pilgerweg, den ich gehe, der „Camino Francis“. Dadurch ist „Astorga“, seit je her, eine wichtige „Pilgerstation“.

Ich verlasse „Astorga“ wieder, von der „Kathedrale de Santa Maria“ kommend, auf der „Calle Porteria“ und gehe dann nach rechts, in die „Calle Sancti Spiritu“, die dann in die „Calle San Pedro“ übergeht und etwas später dann, zur „Calle Camino Santiago“ wird.

Bald komme ich an der neu erbauten Kirche vorbei, die den Pilgern geweiht ist. Von dort aus ist es nicht weit und ich überquere die Nationalstraße, gehe auf der Landstraße bergab und aus der Stadt hinaus.

Ich gehe jetzt in Richtung „Santa Comba de Somoza“. Ich betrete nun die Region „Maragateria“, eine Region, die genau das Gegenteil von der Meseta ist.

Dieser Landstrich ist nicht besonders fruchtbar und es gibt hier nur eine geringe Vegetation. Die Maragatos, wie man die Menschen hier nennt, konnten von der Landwirtschaft nicht leben, so widmeten sie sich dem Fuhr und Transportwesen.

Auf meinem Weg, hinter der Stadt, komme ich an den Resten des ehemaligen Pilgerhospitals „Ermita del Ecce Homo“, aus dem 15. Jh. vorbei. Leider ist die Kapelle geschlossen und ich bekomme auch keinen Stempel in mein Credencial.

Dann erreiche ich „Murias de Rechivaldo“. Es handelt sich hier um ein typisches Ein - Straßendorf. Diese Straße wurde aber sehr schön ausgebaut, wie so vieles hier, seit der „Jakobsweg“ zum „Weltkulturerbe der Unesco“ ernannt wurde. Es gibt hier auch eine Bar, in der ich wieder eine Pause einlege. Das Wetter ist sehr schön und ich habe, außer meinem Schienbein und dem kleinen Finger, nichts mehr, was mich behindert. Ich fühle mich richtig wohl.

Da ich jeden Tag, mehrmals zu Hause anrufe, weis ich auch, dass dort alles in Ordnung ist und dass Helga mich hier, auf meinem Weg, in Gedanken begleitet. So kann ich mich nur gut fühlen.

Nachdem ich nun wieder eine Zeit, im Schatten, unter den Straßenbäumen, gesessen habe, ziehe ich weiter, die Straße entlang, zum Dorf hinaus. Das letzte Haus, auf der rechten Seite, ist die „Albergue Las Aguedas“ in einem, für diese Gegend, typischen Haus. Man geht durch ein großes Tor, in einen schönen Innenhof, in dem eine Bar-Theke steht und Ruhemöbel, für die Pilger. Eine sehr schöne Anlage, die mir im vergangenen Jahr schon aufgefallen ist.

Dahinter führen mich die Wegweiser auf einem Feldweg, immer gerade aus, ca. 1 Std. bis „Santa Catalina de Somoza“, immer parallel zur Landstraße. Um 15.2o Uhr erreiche ich die „Albergue El Caminante“, mit Restaurant und Bar.

Auch hier geht man wieder, durch einen Torbogen, in den Innenhof, an dessen Ende es rechts hinein geht, zu den Schlafräumen und Sanitäranlagen. Es gibt in diesem großen Schlafsaal nur Einzelbetten.

Eine Gruppe Frauen, aus der Schweiz, ist schon dort und 4 Betten sind bereits reserviert, von einer Gruppe Spanier, die ich schon vor „Astorga“ in einer Bar gesehen habe. Eine Frau und 3 Männer. Sonst ist noch alles frei und ich kann mir mein Bett aussuchen. In der Zeit, in der ich meine täglichen Arbeiten verrichte, füllt sich jedoch der Schlafraum.

Jetzt raten Sie mal, wer dann noch zu später Stunde eintrudelt? Als Letzte! Richtig, die Frau die mir schon mehrmals aufgefallen ist, weil sie halt immer als Letzte erscheint. Sie muss nun im 2. Schlafraum, in dem nur Doppelstockbetten stehen, ein Bett belegen.

Da diese „Albergue“ ein Restaurant hat, gibt es am Abend Pilgermenue. Ich schreibe mein Tagebuch und hole noch meine Wäsche, von der Leine rein und die Schuhe, die wegen des Geruchs, zunächst draußen stehen müssen und gehe dann ins Bett. Es ist jetzt 21.45 Uhr.