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36 Etappe:
von „Mateo Casanova“ nach „Santa Irne“ 41 km
Mittwoch, den 08.10.2008

 Leboreiro

Heute liegt eine lange Etappe vor mir. Da ich gestern, 4 Std. zu spät weg kam, möchte ich heute bis „Santa Irene“ pilgern. Das bedeutet, dass ich 41 km zurücklegen muß. Es hört sich schlimm an, - 41 km - ist aber eigentlich, nur eine Zahl.

Wir Pilger, haben bis hierher, bereits hunderte Kilometer zurückgelegt, die uns über Berge und durch tiefe Täler, geleitet haben. Über Stock und Stein, - durch Wasser und Dreck, - geht der Weg.

Zu Begin der Pilgerreise, ist man am Nachmittag, wenn man in die Herberge kommt, total erschlagen. Über Tag, wenn die Beine nicht mehr wollen, setzt man sich auf eine Bank, um sich auszuruhen. Wenn man dann wieder aufsteht, um weiter zu gehen, kommt man nur mit Mühe und Not hoch und muß unter großen Schmerzen,

die ersten 10 bis 20 Schritte gehen, um dann wieder in den Rhythmus und weiter zu kommen. Man hat Blasen, Zerrungen und andere Schmerzen. - 

Es wird aber von Tag zu Tag besser.

Wenn mir vor 2 Jahren jemand gesagt hätte: „Du gehst am Tag 30 bis 40 Kilometer und hast auch noch Spaß daran.“ Den hätte ich für verrückt erklärt.

Nach etwa 14 Tagen, die man durchhalten muss, sind die Blasen abgeheilt und man steht nach einer Pause auf, wenn man gesessen hat und es geht problemlos weiter.

Kilometer spielen dann eigentlich keine Rolle mehr. Man sieht sich, am Abend zuvor, die Etappe an, die man zurücklegen will, das Höhenprofil und die Länge. Dann überschlägt man das alles, in seinem Kopf und weiß dann in etwa, wie viele Stunden man unterwegs sein wird.

Die Kilometer haben ihre abschreckende Wirkung verloren.

So ist es auch heute. Ich rechne mit 9 bis 10 Std. bis ich am Ziel bin. Um 7.3o Uhr mache ich mich auf den Weg. Das Wetter ist gut, nur kalt. Es ist auch noch dunkel. Die Sonne geht erst gegen ½ 9 Uhr auf und so lange, ist es noch eisig kalt.

Ich gehe von der Herberge rechts hoch, bis zu einer Wegegabelung. Dann links weiter, auf einen Feldweg. Nach ca. 2 km komme ich wieder auf eine Asphaltstraße und erreiche dann „Coto“, bevor ich dann zur N-547 komme.

Hier beginnt dann die Provinz A Coruna. Ich gehe links und dann wieder links, auf einem Feldweg weiter, hinab nach „Lobereiro“, das ich nur durchquere. Danach, überquere ich links, auf einer mittelalterlichen Brücke, den „Rio Seco“. Weiter geht es nach rechts, auf einen Waldweg. Ich wandere bis zur N-547, in deren Nähe ich, parallel dazu, weiter wandere. Dabei komme ich an den Dörfern „Disicabo“, - „A Magdalena“ und an dem Industriepark von „Poligono Industrial da Grandara“ vorbei.

Ich laufe noch ein Stück weiter, auf diesem Wanderweg. Immer an der linken Seite, der N- 547 entlang, bis sich der Weg teilt. Ich gehe nach rechts, in einen Waldweg und überquere, nach kurzer Zeit, wieder eine mittelalterliche Brücke. Kurz dahinter, komme ich nach „Furelos“.

Ich durchlaufe das Dorf und gehe dann, auf einem Feldweg, der etwas ansteigt, bis zum Stadtrand, von „Melide“. Hier gehe ich, auf einer roh gepflasterten Straße. Diese Straße, wird durch ein langes Brett, auf dem Camino de Santiago steht, als „Camino“ gekennzeichnet. Sie kann somit nicht verfehlt werden.

Bald komme ich nach „Melide“ hinein. Der Weg mündet in die Avenida de Lugo, der ich nach links folge. Hierbei komme ich an der „Capilla de San Roque“ und dem ältesten Wegekreuz, auf dem „Camino“ vorbei. Hier trifft der „Camino primitivo“, von „Oviedo“ kommend, auf den „Camino Francis“. Ich gehe dann links, in die Rua San Pedro hinein und folge dieser wieder stadtauswärts.

Ich passiere, kurze Zeit später, die „Iglesia de Sancti Spiritus“ (ein ehemaliges Franziskanerkloster) und die „Iglesia de Santa Maria de Melide“. Ich gehe an der großen „Albergue municipale Melide“ entlang und dann auf der Rua San Pedro weiter. Dabei komme ich auch am Friedhof vorbei. Dann geht der Weg steil hinunter und ich überquere die N-547.

Etwas weiter, gehe ich in das Dorf „Santa Maria“ hinein. Es geht dann rechts, an der Kirche vorbei und auf einem Feldweg weiter, noch an „Caraballal“ vorbei. Bald komme ich an den „Rio Barreiro“, den ich auf einer einfachen Steinbrücke überquere.

Der weitere Weg verläuft dann an „Paradispo“ und „Peroxa“ vorbei, wieder an die N-547, von der ich mich aber wieder, auf einem guten Weg, entferne und dann nach ca. 2,5 km in das Dorf „Boente“ hinein gehe.

Ich komme von schräg links, aus dem Gelände, herunter und erreiche wieder die N-547, die ich dann mal wieder überquere, um zu einer kleinen Kirche zu gelangen, in der ich mir den Stempel „Ministerio Parroquial de Santiago Boente“ hole. Auf der anderen Seite, der Kirche, sehe ich eine Bar, in der ich nun meine erste Pause mache.

Dann gehe ich etwas zurück, überquere wieder die N-547 und gehe hinter der Kirche, wieder auf einen Feldweg, dem ich bergab folge. Danach muss ich, in einem Straßentunnel die N-547 unterqueren um dann steil hinauf, einen Berg zu ersteigen. Wieder komme ich an die N-547 und laufe nun, auf einem Weg, parallel zu dieser Straße, nach „Castaneda“ hinein und dann weiter, durch den Ort „Rio“. An einer Straßenkreuzung, gehe ich zunächst gerade aus weiter. Es geht bergauf und dann wieder den Berg hinunter, durch Felder und durch Wald bis ich wieder auf die N-547 treffe, die ich diesmal, über eine Brücke, überquere. Danach geht es steil eine Piste hinunter und ich überquere den „Rio Iso“.

Hier erreiche ich die schön gelegene „Albergue municipale Ribadiso de Baixo“, die links, hinter der Brücke, direkt am Bach liegt. Kurz danach, komme ich nach „Ribadiso de Baixo“ hinein und weiter nach „Ribadiso de Riba“. Ich gehe jetzt wieder bergauf und unterquere wieder die N-547. Ich gehe durch „Ribadiso de Garretera“, um dann 2,5 km, an der berühmten N-547 entlang, auf einem Pilgerweg, neben der Straße, nach „Arzua“ zu wandern.

Es sah schon wieder längere Zeit nach Regen aus. Während ich durch „Arzua“ wandere, beginnt es auch wirklich zu regnen. Ich kann mich davor, in der nächsten Bar, in Sicherheit bringen und mache hier, bis es wieder aufhört, eine Pause. Ein Glück, dass ich schon hier bin. Es gießt jetzt, wie aus Eimern. Ich lasse mir hier, für den Abend, ein Bocadillo einpacken.

Nachdem der Regen aufgehört hat, gehe ich weiter. Durch die Calle Cima del Lugar und an einer „Albergue“ vorbei, in der ich mir nur schnell einen Stempel geholt habe. Der Weg führt neben der Magdalena Kapelle vorbei, immer den gelben Pfeilen folgend, aus der Stadt hinaus.

Ich werde dann links, zwischen Gärten und auf Feldwegen, an „As Barrosas“ vorbei, durch „Preguntno“ geführt. Ab „As Borrosas“ gehe ich durch die ersten Eukalyptus-Wälder. Die Bäume sind 50- bis 60 m hoch. Es beginnt wieder etwas zu regnen. Es ist aber so gering, dass ich kaum davon berührt werde. Die großen Blätter, der Eukalyptus-Bäume, schützen mich davor und ich kann frohen Mutes weiterziehen.

Ich wandere durch das Dorf „Raido“ und überquere den gleichnamigen Rio. Durch „Tabernavella“ führt der Weg unter einem „Horreos“ hindurch. Das ist ein Getreidespeicher aus Stein. Diese Speicher gehören hier zum Ortsbild.

Um die Mäuse aus den Speichern fernzuhalten, bedient man sich einer Taktik, die auch bei der Seefahrt angewandt wird. An den Befestigungsleinen werden große Scheiben aufgezogen, damit ungewolltes Ungeziefer ferngehalten wird. So hat man auch unter den „Horreos“, an den Stützpfeilern, ebenfalls große Steinscheiben angebracht und das Ungeziefer bleibt draußen.

Auf dem weiteren Weg, komme ich dann nach „Boavista“. Ich komme hier an einem Haus vorbei, vor dem nicht nur eine schöne Palme steht. Sondern es blühen, am Weg, rechts und links, Hortensien und andere Blumen, sehr üppig. Etwas, dass ich auf meinem Weg, bereits sehr vermisst habe.

Ich gehe nun auf einem Feldweg weiter, bis ich wieder zur N-547 gelange. Hier komme ich dann bald nach „Salceda“. Ab hier gehe ich wieder, parallel zu dieser N-547, an „Xen“ vorbei und dann nach „Ras“. Dann geht es mal wieder, aber dieses Mal, an der anderen Seite der N-547 entlang, nach „Brea“. Hinter „Brea“, gehe ich auf einem Feldweg weiter, nach „A Rabina“. Hier führt der Weg links, neben der N-547 entlang, zu einem schönen, lang gezogenen, Rastplatz mit Pilgerbrunnen. Leider sah dieser Rastplatz sehr verwüstet aus. Es waren eindeutig Pilger-Utensilien die dort herum lagen. – Leider!

Auf dem weiteren Weg, längs der Landstraße, mal rechts, mal links, erreiche ich „Empalme“ und gehe weiter, bis zu einem Restaurant. Ab hier gehe ich, dem gelben Pfeil folgend, auf einen Feldweg und dann nach links auf einen Weg, der mich nun unter der N-547 hindurch führt, an einer Kapelle vorbei, und an der schönen, privaten „Albergue Santa Irene“ vorbei.

Ich komme nun zu einem schönen Rastplatz, an dessen Ende die „Albergue Refucio de Peregrinos Santa Irene Concello de O Pino“ steht und in der ich ein Bett für die Nacht bekomme. Hier gibt es, für die Pilger, einen besonderen Service, der zu Hause eine Selbstverständlichkeit ist. An jedem Bett wurde eine separate Lampe installiert ist.

Nun erfolgt alles Bekannte und das Übliche, wie duschen, Wäsche waschen usw. Ein Glück, dass ich mir in „Arzua“, in der Bar, zu essen eingekauft habe. Hier gibt es noch nicht einmal einen Cola-Automaten. Zum Essen müsste man die 2,5 km zurück laufen, zu dem Restaurant, das an der N-547 bei „O Empalme“ steht. So esse ich das, was ich dabei habe und bin zufrieden.

Ach ja, - ich war aber um 18.3o Uhr, nach 41 km am Ziel. Um 22.oo Uhr geht auch hier das Licht aus und ich liege im Bett. Ich denke daran, dass ich morgen nur noch 20 km vor mir habe und dann „Santiago de Compostela“ zum 2. Mal erreicht habe.

 

Ein gutes Gefühl !