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41. Etappe:
von „Muxia“ nach „Finisterra“ 30 km
Montag, den 13.102009

 Schied vo n Muxia

Heute laufe ich die letzte Etappe, des „Jakobsweges“. Sie führt mich, über lange Strecken, an der Atlantikküste entlang, nach „Finisterra“, bis zum „Cap“, an den „O-Punkt“, des „Caminos“. Hier glaubten die Menschen, früherer Zeiten, dass hier die Welt zu Ende sei.

Ich gehe, gegen 07.oo Uhr, aus der „Albergue de Muxia“ heraus, gleich links und folge den gelben Pfeilen, durch die Stadt, bis hinunter, auf die Küstenstraße. Dieser folge ich, nach links und gehe dann, immer in der Nähe der Steilküste weiter. Der Weg entfernt sich bald etwas von der Küste und ich gehe nun etwas bergauf, bis in das Dorf „Xurantes“. Hier, direkt am Dorfanfang, ziehe ich zuerst mal meine warme Jacke aus. Denn ich bin schon ziemlich durchgeschwitzt und das, nach erst 45 Minuten, auf diesem Weg. Es ist noch dunkel, als ich das Dorf durchquere.

Durch einen Eukalyptus-Wald, steige ich hinauf, bis zum höchsten Punkt, der heutigen Etappe, auf 230 m. Auf einer Asphaltstraße, auf die ich dann komme, halte ich mich links und gehe bis zur nächsten Kreuzung, an der ich dann nach links, wieder abwärts gehe. Hier gibt es noch alte Wegmarkierungen, die man aber tunlichst unbeachtet lässt, denn danach läuft man sich, nach kurzer Zeit, fest.

Ich komme, auf der Landstraße, an zerfallenen Häusern vorbei und durchlaufe auch einen alten Bauernhof, durch den inzwischen, die Straße führt. Natürlich kommen auch hier schon wieder bellende Hund angelaufen. Hier ist der Wanderstock, wieder mein unentbehrliches Hilfsgerät, um mir diese Hunde vom Leib zu halten. Vor diesem Stock, haben sie alle Respekt. So komme ich nach „Morquintian“ und weiter geht es, zum Weiler „Guisamonde“, um dann, auf einem sehr schlechten Pfad, nach „Frixe“ zu wandern. Auf einem Hohlweg, nach „Frixe“, holt mich mein Freund Josef, der Franzose ein.

Hinter „Frixe“ steigt der Pfad zunächst wieder etwas an und dann geht es abwärts, denn ich muß, kurz hinter “Lires“, einen Fluss überqueren. Der Franzmann ist schon dabei, die Schuhe auszuziehen, als ich am Fluss ankomme. Hier müssen wir, auf großen Steinquadern, die im Wasser liegen, diesen Fluss überqueren. Der erste Stein liegt so weit, dass man ihn nicht erreicht. So ist man gezwungen, in den Fluss zu steigen, um auf den 2. Stein zu steigen und dann von Stein zu Stein springend, den Fluss zu überqueren. Auf der anderen Seite angekommen, lädt mich der Josef zu einer Tasse, selbst gemachtem Kaffee ein. Er holt dazu, aus seinem Rucksack, einen kleinen Gasbrenner, nimmt seinen Kochgeschirrdeckel, füllt den mit Flusswasser und kocht Kaffee. Nachdem ich meinen Kaffee getrunken habe, ziehe ich schon mal weiter. Josef macht noch etwas länger Pause, denn er holt aus seinem Rucksack, noch jede Menge Fressalien heraus und macht ein ausgedehntes Frühstück.

Am Ortsende von „Lires“, an der Kirche, ist ein Dorfbrunnen. Hier muß ich noch einmal meine Schuhe ausziehen und meinen linken, kleinen Zeh behandeln. Denn ich habe mir, bei der Flussüberquerung, diesen verletzt und blutig geschlagen. Also muss ich ihn verbinden, damit er nicht drückt und mich unnötig behindert. Da rauscht auch schon, mein Franzosen-Josef, wieder an mir vorbei.

Kurz darauf, breche ich dann auch wieder auf. Von „Lires“ kommend, längs der Landstraße, erreiche ich eine Brücke, die ich überquere und dann nach rechts weiter gehe, auf einen Waldweg. Dieser führt mich, auf eine Landstraße, auf der ich nach „Canosa“ gelange und den Ort aber nur umgehe. Ich gehe noch etwas weiter und erreiche, nach kurzer Zeit, den Punkt, wo sich der Küstenweg, (Camino del Norte) mit unserem Weg vereint.

Über einen schönen Waldweg, geht es weiter und ich gelange nach „Padris“. Von oben her kommend, gehe ich in den Weiler „O Sixto“. Der Weg führt mich weiter, nach „Buxan“ und direkt daneben, nach „Rial“. Hinter „Rial“ gehe ich wieder, auf einem schönen Waldweg, bergab, trete bald aus diesem Wald heraus und habe ein wunderschönes Panorama vor mir.

Am Ende der großen Bucht, sehe ich, in noch weiter Ferne, das „Cap-Finisterra“ (In alter Zeit, - Das Ende der Welt.) mein heutiges Ziel und auch der End- oder = Punkt meiner Pilgerreise. Ich gehe nun, immer oberhalb der Küstenlinie, an verschiedenen Orten vorbei.

Mein Weg führt mich, zu den Küstenorten „San Salvador“, - „Denie“, - „Hermedesuxode“, - „Baixo“ und etwas oberhalb, nach „Escaselas“, dem Vorort von „San Martino de Duio“, dem Ort, in dessen Nähe, (wie eine Sage erzählt,) sich eine versunkene Stadt befinden soll. Diese soll versunken sein, nach der Ablehnung, der Grablegung, des hl. Jakobus.

Folgendes hat sich, der Legende nach, zugetragen:

Nachdem das Boot, mit den sterblichen Überresten, des hl. Jakobus, in Padron gelandet war, schickte die „Königin Lupa“, die 2 Aposteljünger nach Dugium. Der römische Legat, sollte ihnen, die Beisetzung, des hl. Jakobs, genehmigen. Der römische Legat sperrte jedoch die Aposteljünger ein und verurteilte sie zum Tode. Engel verhalfen ihnen aber zur Flucht und Dugium versank, als Strafe dafür, im Meer.
Soweit die Legende. 

Ich wandere nun, von oben herunter, in die Vorstadt von „San Martino de Duio“ und gehe, von hier aus, auf der Küstenstraße weiter, nach „Finisterra“ hinein. Mitten in „Finisterra“ befindet sich die „Albergue municipale Finisterra“, direkt am Hafen. Bushaltestelle und Restaurants, alles in der Nähe. Hier bekomme ich mein Bett für die Nacht.

Aber zuerst bekomme ich hier auch, das Zertifikat ausgehändigt, welches besagt, das ich den Weg, von „Santiago de Compostela“ hier her, zu Fuß gegangen bin. Mein Franzmann hatte mich schon angemeldet und auch bestimmt, welsches mein Bett sein sollte. So geschah es dann auch, dass ich von der Hospitalera, mit Willi begrüßt wurde, als ich die „Albergue municipale Finisterra“ betrat.

In der „Albergue municipale Finisterra“ bekommt man nur ein Bett, wenn man, an Hand des Credencials nachweisen kann, dass man den ganzen Weg, zu Fuß gegangen ist. Darum ist es wichtig, sich auf dem Weg, von „Santiago de Compostela“ bis hier her, überall wo man einkehrt, auch in den Bars, in denen man Pause macht, einen Stempel ins Credencial drücken zu lassen.

Es war noch einigermaßen ruhig im Haus, da noch nicht viele da waren. So konnte ich noch schnell duschen, die Wäsche, mit der Waschmaschine waschen lassen, damit dass, was ich für die Heimreise brauchte, soweit alles sauber und vor allen Dingen geruchsfrei war. Dann musste ich noch einkaufen. Das ging aber schnell, denn der Supermarkt war direkt nebenan.

Ich habe zuerst zu Abend gegessen und dann habe ich mich, auf den Weg gemacht, zum „Cap“. Diese 3 km, bis zum „0-Punkt“, verlaufen immer an der Küste entlang, leicht ansteigend. Am Ende von „Finisterra“, bevor man auf die breite Zubringerstraße zum Cap kommt, geht man an der „Iglesia Santa Maria das Areas“ vorbei. Ich stehe noch davor und sehe mir die Kirche an, (leider war sie verschlossen,) da kommen die 2 Bayern, die ich bereits in „Hospital de Orbigo“ kennen gelernt hatte.

Ich muss sagen, es erfüllt mich immer mit Freude, wenn ich Leute treffe, die ich bereits irgendwo, auf dem Weg gesehen habe. Mann freut sich dann gemeinsam, dass sie es auch geschafft haben und gesund und munter sind. Nach einem herzlichen „Grüß Gott“, gehe ich weiter und denke wieder einmal an die Frau, die immer ganz spät, als Letzte, in die Herbergen kam. Ob sie es wohl geschafft hat? Dann gehe weiter zum Cap.

Da laufen mir die jungen Leute über den Weg, von denen ich mich in „Hospital“, in der Bar, bevor die Weggabelung kommt, wo ich dann nach „Muxia“ gegangen bin, verabschiedet hatte. Sie gingen gleich nach „Finisterra“ und waren einen Tag früher hier, als ich. Sie hätten eigentlich schon wieder weg sein müssen. Aber sie konnten sich nicht losreißen und hatten einfach verlängert.

Der Junge, der in „Negreira“ noch 13 km weiter, bis in die Notunterkunft, gegangen war. Er war auch noch da.

Zum guten Schluss, lief auch der Düsseldorfer noch da herum:
Dass war selbst den jungen Leuten irgendwie komisch. Sie sagten, er sei schon mittags, gegen 12.oo Uhr, hier gewesen. Ich fragte sie: „Heute?“ Das ist unmöglich. Der war in „Muxia“ und heute Morgen, als ich losging, lag der noch im Bett.

Also zu Fuß, konnte er nicht hier sein. Außerdem hätte er mich überholen müssen. Somit ist eigentlich klar, dass das, was wir vermuteten, dass er die Strecken mit dem Bus abfuhr, den Tatsachen entspricht.

Mein Freund Josef kraxelte auch auf den Felsen herum.

Alle, die am „Cap – Finisterra“ sind, warten auf den Sonnenuntergang. Es beginnt auch gut, aber je tiefer die Sonne sinkt, je mehr Schleierwolken bilden sich und verhindern, beim letzten Stück, da wo dann die Sonne im Meer versinkt, dass die Sonne ganz zu sehen war.
Wir haben dann noch einige Sachen verbrannt. Das ist Tradition.

Es ist auch Tradition, dass die Pilger, wenn sie am Cap angekommen sind, im Meer baden, um sich den Schmutz, von der langen Pilgerwanderung abzuwaschen.

Dies ist aber nicht zu empfehlen, da das Meer hier sehr rau und unberechenbar ist. Dann verbrennt man hier die Sachen, die man nicht mehr braucht und die auf der langen Wanderung beschädigt wurden. Dann war es auch schon höchste Zeit, zurück zu gehen, denn es waren ja schließlich noch 3 km Fußweg, bis in die Herberge.

 

 

So ging ein schöner und erlebnisreicher Tag zu Ende.

 

22.oo Uhr, wie immer, Licht aus.