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42. Etappe:
von „Finisterra“ nach „Santiago de Compostela“ mit dem Bus.
Dienstag, den 14.10.2009

Nun beginnt die Heimreise.

Santiago de Compostela

Um 07.oo Uhr verlasse ich die „Albergue municipale Finisterra“ und staune nicht schlecht. Genau gegenüber, öffnet die Bar schon ihre Türen. Bis 08.15 Uhr habe ich noch Zeit, zum frühstücken. Denn heute gibt es um die gewohnte Zeit, - 10.oo Uhr, - keine Rast dazu. Der Bus fährt weiter. Ich dehne also mit Cafe con Leche die Zeit noch aus, bis der Bus abfährt.

Nun geht es los, ca. 1,5 Std. immer auf der Küstenstraße, direkt am Meer entlang, in Richtung „Santiago de Compostela“. Wir fahren auch durch Städte und Dörfer, in welchen es Industriebetriebe gibt, die ihren dicken, schwarzen Qualm in den Himmel blasen. Wir fahren jedoch auch an schönen Buchten und Yachthäfen vorbei und an weißen Badestränden.

Lange Zeit, fahren wir durch Waldbestände, die verkohlte Stämme haben. Hier haben die verheerenden Waldbrände, bis ans Meer, gewütet.

Dann biegen wir nach rechts, von der Küste ab und fahren ins Landesinnere. Wir erreichen „Santiago de Compostela“ um 11.3o Uhr. Vom Bus-Terminal ist es nicht weit, bis zur „Kathedrale“. So kann ich jetzt, mit dem Besuch der Pilgermesse, meine Pilgerreise beenden.

Als ich in die Kirche komme, ist sie schon fast voll besetzt. Ich kann noch im zweiten Drittel einen Sitzplatz ergattern und setze meinen Rucksack, an einer Säule ab. Ich schaue mir dann die Pilger an. Als ich rein kam, sprang eine, mir gut bekannte Pilgerin, aus Hamburg, auf und winkte mir zu. Sie war aber auch die Einzige, die ich kannte. In der „Kathedrale“ tummelten sich auch die Touristen, die jeden Tag, mit vielen Bussen, in die Stadt kommen.

Nach dieser Messe, gehe ich in die Pilgerherberge, in der ich bereits, vor ein paar Tagen, schon einmal, für eine Nacht war. Die „Albergue Seminario Menor la Asuncion“. Hier bekomme ich dann nochmals mein Bett für die Nacht. Die „Albergue Seminario Menor la Asuncion“ ist altes Priesterseminar. Die Betten stehen in den alten Schlafsälen, der ehemaligen Priesterschüler.

Hier ist auch, für jeden Schlafplatz, ein Kleider-Spind vorhanden. Man kann also, seine Klamotten, einschließen.

Nachdem ich meine täglichen Arbeiten erledigt habe, die ja jetzt nicht mehr viel Aufwand erfordern, laufe hinunter, in die Stadt.

meine Kerzen

 

Die Touristenströme, ziehen immer noch, durch die „Kathedrale“. Leider ist es auch hier nicht möglich, Kerzen in der Kirche abzubrennen.

Wie fast überall, in Spanien, gibt es hier dazu Automaten, die mir immer, ich kann mir nicht helfen, den Vergleich mit einem Flipperautomaten aufdrängen. Schmeißt man dort Geld hinein, gehen auch die Lämpchen an. In der „Kathedrale“ werden aber trotzdem auch Kerzen verkauft. Man sagt ihnen aber erst, dass sie diese nicht in der „Kathedrale“

abbrennen dürfen, wenn sie die bezahlt haben. Ich habe mir dann trotzdem einen Platz gesucht, an dem ich meine Kerzen angezündet habe. Sie sollten, hier an diesem besonderen Ort, für ganz bestimmte Menschen brennen, die mir nahe stehen.

Nachdem ich in der Stadt etwas gegessen hatte, ging ich dann wieder zurück, in die „Albergue Seminario Menor la Asuncion“. Nun waren jede Menge Pilger eingetroffen. An der Anmeldung, stand der Rucksack der Pilgerin, die die Kindergitarre mit sich trug. Es konnte mir nur leider keiner sagen, wo das Mädchen war, dem der Rucksack, mit der Gitarre, gehörte. Leider!

Ich hatte auf dem Weg, zur „Albergue Seminario Menor la Asuncion“, eine Pilgerin überholt, die ich schon irgendwo, auf dem „Camino“ gesehen hatte. Ich hatte sie, auf dem Weg, falsch eingeschätzt. Ich dachte, sie sammle Flaschen, oder etwas Ähnliches. Ich hatte einfach nicht genau hingesehen. Sie ging, mit einem Gestell, auf dem sie alles verpackt hatte und schob dieses vor sich her. Bei näherem hinsehen, stellte ich fest, dass es eine Gehilfe war. Darauf war nicht nur ihr Gepäck, sondern auch ein Wanderstock, mit der Jakobsmuschel, befestigt. Sie stützte sich, mit den Ellbogen, auf ihre Gehhilfe auf und fuhr dann auch den Berg hinauf. Sie hatte so, den ganzen „Camino“ bezwungen. Ich sollte später noch erfahren, was diese Frau, auf diese Weise, sonst noch alles bezwungen hat. Nachdem ich mein Tagebuch geschrieben habe, lege ich mich hin, denn es wird langsam Zeit dazu. Damit ist der 1. Tag, meiner Heimreise beendet.

 

 

 

 

 

 

Das Butafumeiro, (Weihrauchfass) wird hier durch das Seitenschiff der Kathedrale geschleudert. Der Weg den das Weihrauchfass dabei zurücklegt beträgt 60 m. Damit wurde in früherer Zeit der Pilgergeruch , der den Pilgern anhafftete überdeckt. Man erzählt, dass das Weihrauchfass sich schon 2x vom Seil gelöst hat und durch ein Fenster nach draußen auf den Vorplatz der Kathedrale geschleudert wurde. Es wurde aber niemand dabei verletzt.